Bestnote in Gefahr

S&P nimmt Frankreich ins Visier

Noch zählt Frankreich zum immer kleineren Kreis der Länder, die über die Bestnote „AAA“ der Rating-Agentur Standard & Poor’s verfügen. Doch das könnte sich ändern - und Frankreichs Position ins Wackeln geraten.
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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kämpft um das Wohlwollen der Rating-Agenturen. Quelle: Reuters

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kämpft um das Wohlwollen der Rating-Agenturen.

(Foto: Reuters)

ParisNach den USA und Großbritannien wenden sich die Rating-Agenturen nun der Kreditwürdigkeit Frankreichs zu. Noch verfügt die Grande Nation über die Bestnote "AAA", doch die Bonitätswächter sehen diese Note in Gefahr. Zumindest mittelfristig, schreiben S&P-Experten in einer aktuellen Studie über die Risiken der Alterung der Gesellschaft. Bis zum Jahr 2020 könnte Frankreichs Top-Note ins Wackeln geraten, sollte Frankreich seine Sozialversicherungskassen nicht weiter reformieren, um die Defizite in den Griff zu bekommen.

„Wenn die französischen Verantwortlichen nicht die Rentenreform fortsetzen, weiter das System der Sozialversicherung reformieren und die Budgetsituation angesichts steigender Gesundheits- und Rentenausgaben konsolidieren, ist es wenig wahrscheinlich, dass Standard & Poor’s seine Note auf AAA belässt“, heißt es in der Studie. Sollte es Frankreich dagegen gelingen, bis 2016 sein Defizit auf Null zu drücken, so hätte Frankreich die Chance, die Top-Note bis zum Jahr 2050 zu behalten.

Rating-Agenturen wie S&P beurteilen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten. Je besser die Einstufung durch diese privaten Agenturen ist, umso günstiger bekommen Staaten oder Gesellschaften Kredite von Investoren. Schon die Aussicht darauf, dass die Schuldennote eines Staates sich verschlechtern könnte, führt oft dazu, dass Investoren vom betroffenen Staat höhere Zinsen verlangen und bestehende Anleihen an Wert verlieren.

In Frankreich ist derzeit die Wirtschafts- und Finanzpolitik vor allem darauf ausgerichtet, alles zu tun, um die Top-Note „AAA“ zu erhalten. Obwohl Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy ursprünglich vor seiner Wahl 2007 versprochen hatte, keine Rentenreform anzufassen, zog er solch eine Reform gegen großen Widerstand 2010 durch, um die Rating-Agenturen zu beruhigen.

S&P-Studie ist eine Mahnung an Frankreich
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15 Kommentare zu "Bestnote in Gefahr : S&P nimmt Frankreichs Bonität ins Visier "

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  • ...Richtig!!! Und wir sollen dann wahrscheinlich bis 90 arbeiten, damit die Franzosen mit 62 in Rente gehen können.

    Hoffentlich fliegt diese bescheidene EU mit ihrem beschi.... Euro bald auseinander!

  • "Noch zählt Frankreich zum immer kleineren Kreis der Länder, die über die Bestnote „AAA“ der Rating-Agentur Standard & Poor’s verfügen. Doch das könnte sich ändern - und Frankreichs Position ins Wackeln geraten."


    Der übernächste Schritt wäre also - Frankreich flüchtet auch unter den Euro Rettungsschirm,
    denn Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde ist die aussichtsreichste Kandidatin für die Leitung des IWF. Bleibt alles in der "Familie" - ganz schön clever "die lieben Franzosen"-.

  • Die Franzosen sind pleite. Nur noch ein Agarland mit kümmerlicher Industrie. Die wissen das nur noch nicht.
    Es ist sehr schön, dass Frankreich durch den Euro am Stock geht - denn der Euro ist schließlich ein sozialistisches französisches Projekt, gedacht, Deutschland klein zu halten. Und krepiert daran selbst. Das gefällt mir außerordentlich!

  • +++Zitat:"S&P nimmt Frankreichs Bonität ins Visier." +++

    Super!! :-))

    Standard & Poor's, Moody’s und Fitch nehmen die Euro-Zone regelrecht auseinander.

    +++Manchmal muss man halt etwas nachhelfen, damit die ökonomischen Gesetze über den politischen Wahnsinn triumphieren können. +++ :-))

    Gruß

  • Leider wurde in diesem Artikel vergessen, dass wir das einzige Land der Welt sind, die sich 2 getrennte Regierungssitze leisten und somit das Geld der Steuerzahler zum Fenster hinauswerfen.
    Vertrag hin, Vertrag her, Die Hauptstadt ist nun mal Berlin und da gehören alle Ministerien hin. Wer von den ach so "flexibelen" Beamten das nicht möchte, kann ja in Bonn bleiben, aber bitte nur mit Harz 4 Bezügen.

  • Gegen Ratingagenturen ist aus meiner Sicht nichts einzuwenden, wenn sie unabhänig von den bewerteten Ländern oder Unternehmen agieren. Inwieweit das gegeben ist kann schwerlich von Aussenstehenden beurteilt werden.

    Im uebrigen ist es positiv wenn Länder ein schlechtes Rating erhalten die ihre "Hausaufgaben" nicht gemacht haben.

    Deutschland sollte hier endlich die ungelöste Beamtenproblematik:Pensionen, Unkündbarkeit, ineffektive teure Verwaltung etc. angehen ansonsten droht hier eine Abwertung des Ratings und das zurecht. Deutschland hat den dekadentesten Staatsapparat der Welt.

    Wenn hier durchgegriffen würde, dann klappt es auch mit einer Steuersenkung.

  • wow! dem “wall street-kartell“ muss ja höllisch die muffe gehen, dass der euro dem usd noch schneller den rang als weltleitwährung no.1 und “safe haven currency“ abläuft.

  • Interessant, wie die alle mit heruntergelassenen Hosen herumhumpeln.
    Keine Sorge, wir kümmern uns schon noch um Eure Opfer.

  • http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/2729-wehe-dem-der-sich-mit-dem-waehrungssystem-anlegt.html

  • Raus aus der aktuellen "Weltwirtschaft"! 15 Jahre nur nationale Wirtschaft und dann der Markdollar oder den Thalerdollar für eine "Neue Weltwirtschaft".
    Gruß von iso

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