
ParisNach den USA und Großbritannien wenden sich die Rating-Agenturen nun der Kreditwürdigkeit Frankreichs zu. Noch verfügt die Grande Nation über die Bestnote "AAA", doch die Bonitätswächter sehen diese Note in Gefahr. Zumindest mittelfristig, schreiben S&P-Experten in einer aktuellen Studie über die Risiken der Alterung der Gesellschaft. Bis zum Jahr 2020 könnte Frankreichs Top-Note ins Wackeln geraten, sollte Frankreich seine Sozialversicherungskassen nicht weiter reformieren, um die Defizite in den Griff zu bekommen.
„Wenn die französischen Verantwortlichen nicht die Rentenreform fortsetzen, weiter das System der Sozialversicherung reformieren und die Budgetsituation angesichts steigender Gesundheits- und Rentenausgaben konsolidieren, ist es wenig wahrscheinlich, dass Standard & Poor’s seine Note auf AAA belässt“, heißt es in der Studie. Sollte es Frankreich dagegen gelingen, bis 2016 sein Defizit auf Null zu drücken, so hätte Frankreich die Chance, die Top-Note bis zum Jahr 2050 zu behalten.
Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Anleiheemittenten; das können Unternehmen, Banken oder Staaten sein. Das Urteil der Bonitätsprüfer bestimmt letztlich den Kurs der Papiere. In die Bewertung fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit einflussreichsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch.
Je schlechter Ratingagenturen die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, desto schwieriger und teurer wird es für diesen, sich frisches Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, im schlimmsten Fall ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern beispielsweise auch institutionelle Investoren.
Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Bei Standard & Poor's und Fitch beginnt die Skala mit der Bestnote „AAA“ (englisch: „Triple A“). Es folgen „AA“, „A“, „BBB“, „BB“, „B“, „CCC“, „CC“, „C“. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. Ab „BB+“ beginnt der spekulative Bereich, der auch „Ramsch“ (englisch: „Junk“) genannt wird. Die Skala reicht bis „D“ - das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners eingetreten ist. Etwas anders verfährt die Ratingagentur Moody's, die bei der Bewertung große und kleine Buchstaben sowie Zahlen kombiniert. „Aaa“ bedeutet „erstklassig“ und ist die höchste Bewertung. Diese Note steht für höchste Qualität, geringstes Ausfallsrisiko, vergleichbar mit Staatsanleihen. Dann folgen „Aa1“, „Aa2“, „Aa3“ für „starke Zahlungsfähigkeit“ sowie in der nächsten Stufe „A1“, „A2“ und „A3“ für „gute Zahlungsfähigkeit“. Danach wird der erste Buchstabe durch ein „B“ ersetzt. Der «spekulative Bereich“ beginnt bei „Ba1“, die niedrigste Kategorie ist „E“.
Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen Mathematik und was Meinung ist. In der Finanzkrise kamen Ratingagenturen in die Schusslinie: In vielen Fällen behielten Unternehmen, die ein hohes Risiko trugen, zu lange ihre Topnoten. Sie wurden erst herabgestuft, als die Krise bereits akut war; Anlegern blieb keine Zeit zu reagieren. Daher ist es wenig ratsam, allein auf das Urteil von Moody's & Co zu vertrauen.
Manche Profis verlassen sich inzwischen stärker auf das Urteil eigener Analysten. Deren Meinung findet umso mehr Beachtung, wenn sie eine abweichendes Urteil zu den Ratingagenturen fällen. Privatanleger können überlegen, wenig transparente Marktsegmente über Fonds abzudecken, statt direkt in Anleihen zu investieren. So profitieren sie quasi indirekt vom Know-How weiterer Experten.
Rating-Agenturen wie S&P beurteilen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten. Je besser die Einstufung durch diese privaten Agenturen ist, umso günstiger bekommen Staaten oder Gesellschaften Kredite von Investoren. Schon die Aussicht darauf, dass die Schuldennote eines Staates sich verschlechtern könnte, führt oft dazu, dass Investoren vom betroffenen Staat höhere Zinsen verlangen und bestehende Anleihen an Wert verlieren.
In Frankreich ist derzeit die Wirtschafts- und Finanzpolitik vor allem darauf ausgerichtet, alles zu tun, um die Top-Note „AAA“ zu erhalten. Obwohl Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy ursprünglich vor seiner Wahl 2007 versprochen hatte, keine Rentenreform anzufassen, zog er solch eine Reform gegen großen Widerstand 2010 durch, um die Rating-Agenturen zu beruhigen.
...Richtig!!! Und wir sollen dann wahrscheinlich bis 90 arbeiten, damit die Franzosen mit 62 in Rente gehen können.
Hoffentlich fliegt diese bescheidene EU mit ihrem beschi.... Euro bald auseinander!
"Noch zählt Frankreich zum immer kleineren Kreis der Länder, die über die Bestnote „AAA“ der Rating-Agentur Standard & Poor’s verfügen. Doch das könnte sich ändern - und Frankreichs Position ins Wackeln geraten."
Der übernächste Schritt wäre also - Frankreich flüchtet auch unter den Euro Rettungsschirm,
denn Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde ist die aussichtsreichste Kandidatin für die Leitung des IWF. Bleibt alles in der "Familie" - ganz schön clever "die lieben Franzosen"-.
Die Franzosen sind pleite. Nur noch ein Agarland mit kümmerlicher Industrie. Die wissen das nur noch nicht.
Es ist sehr schön, dass Frankreich durch den Euro am Stock geht - denn der Euro ist schließlich ein sozialistisches französisches Projekt, gedacht, Deutschland klein zu halten. Und krepiert daran selbst. Das gefällt mir außerordentlich!
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