Besuch an der Brandruine
Erdogan dankt deutschen Rettungskräften

Vier Tage nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen haben deutsche und türkische Politiker gemeinsam zur Besonnenheit gemahnt. Bei einem Besuch am Unglücksort trauerten der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) um die Opfer.

HB LUDWIGSHAFEN. Angesichts der Spekulationen über einen ausländerfeindlichen Hintergrund bat Erdogan: „Lassen Sie uns alle helfen, die Freundschaft der Türkei zu Deutschland zu stärken.“ Beck sicherte zu, dass alles zur Aufklärung getan werde.

Die Ursache der Katastrophe war auch nach vier Tagen noch nicht geklärt. Möglicherweise werden sich die Ermittlungen noch Wochen hinziehen. Die Behörden schließen sowohl einen technischen Defekt als auch Brandstiftung – ob fahrlässig oder vorsätzlich – nicht aus. Bei dem Brand in dem von Türken bewohnten Haus waren am Sonntag neun Menschen ums Leben gekommen, darunter fünf Kinder. 60 Menschen wurden verletzt. Besonders in der Türkei wird spekuliert, dass die Katastrophe einen ausländerfeindlichen Hintergrund haben könnte.

Als Indizien dafür gelten die Aussagen von zwei Mädchen, die einen Mann am Tatort beobachtet haben wollen, sowie Nazi- Schmierereien an der Brandruine. Außerdem wurde auf das Haus im August 2006 ein Anschlag verübt. Oberstaatsanwalt Lothar Liebig sagte am Abend jedoch, die Schmierereien – zweimal das Wort Hass mit SS-Runen – seien schon mehrere Jahre alt. Hinweise auf Brandbeschleuniger gebe es bislang nicht. Die beiden Mädchen sollen weiter befragt werden. Außerdem soll ein Phantombild angefertigt werden.

Erdogan dankte ausdrücklich den deutschen Rettungskräften für ihren Einsatz. „Wenn es das große Engagement der Polizei und Feuerwehr nicht gegeben hätte, wäre der Schmerz noch größer gewesen.“ Der Trauer in der Türkei sei „unermesslich“. Er hoffe, „dass die Ermittlungen sehr sorgfältig und sehr schnell durchgeführt werden“.

Erdogan wurde bei dem Besuch an der Ruine von etwa 2500 Menschen – die meisten davon Türken – mit Jubel empfangen. Anschließend sprach er mit Hinterbliebenen und Verletzten. An diesem Freitag ist der Ministerpräsident im Rahmen eines schon länger geplanten Besuchs zu Gast bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin.

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