Besuch
Clinton will Indien beim Klimaschutz helfen

Als Musterknaben beim Klimaschutz gelten die USA - auch wenn sich seit Obamas Amtsantritt einiges getan hat-nicht gerade. Dennoch betonte US-Außenministerin Hillary Clinton dieses Thema bei ihrem Indien-Besuch außerordentlich. Es mangelte allerdings an Konkretem.

HB NEU-DELHI. US-Außenministerin Hillary Clinton hat Indien eine enge Zusammenarbeit beim Klimaschutz angeboten. Eine solche Kooperation würde die Produktion und den Verbrauch von Energie dramatisch verändern und zugleich Mio. Arbeitsplätze schaffen, sagte die demokratische Politikerin am Sonntag nach dem Besuch eines ökologisch ausgelegten Hotels bei Neu-Delhi. Einen detaillierten Vorschlag unterbreitete sie allerdings nicht.

Der Klimaschutz ist ein Streitpunkt zwischen Neu-Delhi und Washington, da Indien eine verbindliche Begrenzung seines Kohlendioxid-Ausstoßes nach westlichen Vorstellungen ablehnt. Clinton erklärte, das Schwellenland solle auf eigenem Wege ein umweltfreundliches Wirtschaftswachstum vorantreiben. Sie plädierte aber gleichzeitig für ein verbindliches Klimaabkommen, dem Indien ebenso wie China beitreten sollte.

Schon bei Gesprächen mit Geschäftsleuten in Mumbai hatte Clinton Indien dazu aufgerufen, eine Führungsrolle beim Klimaschutz zu übernehmen und die Fehler der westlichen Welt bei der Industrialisierung zu vermeiden. "Wir halten Indien für innovativ und für unternehmerisch kreativ genug, um den Klimaschutz in den Griff zu bekommen und sich dennoch schnell weiter zu entwickeln, damit die Menschen aus der Armut herausgeführt werden können", betonte die Ministerin am Samstag. Auf keinen Fall wollten die USA das indische Wirtschaftswachstum aufhalten.

Ein weiteres Hauptthema bei Clintons politischen Gesprächen war der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Indien müsse genau so wie andere Staaten mit Entschiedenheit verhindern, dass der Terror auf seinem Boden Fuß fasse, sagte Clinton nach einem Treffen mit Überlebenden der Terroranschläge von Mumbai (Bombay). "Wir führen Kriege, um die Drohung des Terrors gegen uns, unsere Freunde und Verbündeten in aller Welt zu beenden", sagte die Ministerin. Allein könnten die USA könnten dies aber nicht schaffen.

Bei den Anschlägen unter anderem auf Luxushotels in Mumbai wurden im November vergangenen Jahres 166 Menschen getötet. Clinton nahm am Samstag an einer Gedenkfeier für die Opfer teil. Es sei an der Zeit, dass alle Länder, die Frieden und Fortschritt wollten, zusammenarbeiteten, schrieb sie anschließend ins Gedenkbuch: "Lasst uns die Welt von Hass und Extremismus befreien, die solche nihilistische Gewalt hervorbringen."

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