Besuch der Queen in Deutschland
Auszüge aus der Rede von Königin Elizabeth II. in Berlin

Die britische Königin Elizabeth II. sagte am Dienstagabend beim Staatsbankett im Berliner Zeughaus unter anderem:

HB BERLIN. „Jedes Mal, wenn ich nach Berlin komme, bin ich aufs Neue erstaunt, wie sich die Stadt verändert. (...) Berlin steht für eine außergewöhnliche Leistung - die deutsche Wiedervereinigung. Großbritanniens Beitrag zum Bild Berlins symbolisiert auch die Versöhnung zwischen unseren beiden Ländern. Meine Bewunderung für Ihre Errungenschaften ist nicht auf Berlin beschränkt. Der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche ist für uns alle eine Inspiration. (...)

Wenn wir des entsetzlichen Leids des Krieges auf beiden Seiten gedenken, erkennen wir gleichzeitig, wie kostbar der Frieden ist, den wir seit 1945 in Europa geschaffen haben. Jemand meiner Generation kann dies kaum genug betonen. Eine der Grundlagen dieses Friedens ist die Partnerschaft unserer beider Länder in der NATO und der Europäischen Union, eine Partnerschaft, die mit so großem Erfolg aus der Notwendigkeit heraus entstanden ist, sich den Herausforderungen der Nachkriegswelt gemeinsam zu stellen.

Denen, die diese Partnerschaft geschaffen haben, sind wir es schuldig, diesen Prozess in das 21. Jahrhundert hinein weiterzuführen. Aus der Vergangenheit zu lernen und sich nicht von ihr beherrschen zu lassen. Über allzu vereinfachende stereotype Vorstellungen hinauszublicken und zu erkennen, wie oft wir doch die gleichen Anschauungen haben. Und vor allem die Art und Weise zu erkennen, wie sich diese unverzichtbare Partnerschaft der Nachkriegsjahre zu einer reifen und dauerhaften Freundschaft für das 21. Jahrhundert entwickelt hat und weiter entwickelt. (...)

Herr Bundespräsident, stereotype Vorstellungen schwinden, wenn die Kontakte zwischen den Menschen gedeihen. Wir sollten unsere jungen Menschen weiter ermutigen, das Land des anderen noch besser kennen zu lernen. (...) Dabei können junge Deutsche erkennen, dass Großbritanniens Vielfalt zum Erbe unserer Geschichte gehört. Wir betrachten das als eine Stärke. (...)

Genau das bedeuten unsere Beziehungen im 21. Jahrhundert: Die Zusammenarbeit in Freundschaft - instinktiv, still und effektiv - im Interesse beider Länder und der Zukunft unserer Kinder. Ich würde mich freuen, wenn mein Besuch uns allen hilft, das zu verstehen. Und wenn ich für mich selbst sprechen darf, die ich in meinem eigenen Leben erfahren habe, wie wir von Krieg zu Frieden, von Partnerschaft zu enger Freundschaft vorangeschritten sind, dann glaube ich, sollten wir das auch gebührend feiern.“

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