Besuch in China
Kerry verhandelt über Lösung der Korea-Krise

US-Außenminister John Kerry ist zu Besuch in China und drängt die Führung Chinas auf Nordkorea einzuwirken. Doch China sieht die USA in der Pflicht. Währenddessen arbeitet Nordkorea weiter an seinem Atomprogramm.
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PekingUS-Außenminister John Kerry hat mit China über neue Lösungen zur Entschärfung der Korea-Krise gesprochen. Bei seinem Besuch in Peking drängte Kerry die chinesische Führung, mäßigend auf Korea einzuwirken. „Kein Land der Welt hat eine so enge Beziehung oder einen so großen Einfluss auf Nordkorea wie China“, sagte der Minister vor seinen Treffen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping, Ministerpräsident Li Keqiang und Außenminister Wang Yi.

Peking wiegelt aber eher ab. Der Einfluss auf den jungen Machthaber Kim Jong Un und das Regime in Pjöngjang sei begrenzt. Einen Ausweg aus der Krise sieht China vor allem in direkten Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea. Kerry zeigte sich grundsätzlich offen für einen Dialog. „Wir wollen zu Gesprächen zurückkehren.“ Dies könnte eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche mit Nordkorea, USA, China, Südkorea, Japan und Russland sein, aber auch bilaterale Treffen mit der nordkoreanischen Führung wären denkbar.

Dazu stellte Kerry aber Forderungen an das Regime in Pjöngjang: „Es muss vorbereitet sein, sich an seine internationalen Verpflichtungen und Standards zu halten, die es angenommen hat. Und es muss klar machen, dass es in den Gesprächen zu einer Denuklearisierung bereit ist“, sagte Kerry zum Abschluss seiner Gespräche mit der südkoreanischen Regierung am Vortag in Seoul. Allerdings hatte das Regime in Pjöngjang mehrfach betont, eine Aufgabe seines Atomprogramms stehe nicht zur Debatte.

Die Visite ist zugleich Kerrys Antrittsbesuch nach seiner Ernennung zum US-Außenminister. Er traf in Peking zunächst seinen Kollegen Wang Yi, der erst im März sein Amt übernommen hat. Wang Yi gilt als ausgewiesener Nordkorea-Experte. Er war zeitweise Chefunterhändler Chinas bei den Sechs-Parteien-Gesprächen. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms waren damals diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht gestellt worden, doch ließ Nordkorea die Verhandlungen 2009 platzen.

China ist frustriert über den traditionellen Verbündeten. Besonders die drei Atomwaffentests 2006, 2009 und im Februar dieses Jahres haben die Beziehungen belastet. Peking stimmte deswegen auch den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Pjöngjang zu. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seitdem besonders angespannt. Nordkorea hat inzwischen den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt. Das Regime drohte den USA mit einem präventiven Atomschlag und rief gegenüber Südkorea den „Kriegszustand“ aus.

Aber genau das könnte China und die USA nach Einschätzung von Experten näher zusammenbringen. „Ich denke, dass Nordkorea mit seinen Provokationen die rote Linie überschritten hat. Das wird China und die USA zu einer stärkeren Kooperation bringen“, sagte der Professor für Internationale Beziehungen an der Renmin Universität in Peking, Cheng Xiaohe, der Nachrichtenagentur dpa. „Es kann nicht mehr schlimmer werden als jetzt, also muss China handeln.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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