Besuch in Kundus
Merkel auf Blitzbesuch in Afghanistan

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Montagmorgen zu einem überraschenden Besuch der deutschen Soldaten in Afghanistan eingetroffen. Kurz zuvor hatte es mehrere Zwischenfälle gegeben. So wurden Bundeswehrsoldaten, die eine Brückenbaustelle sieben Kilometer von Kundus entfernt sicherten, beschossen.

HB KUNDUS. In Begleitung von Verteidigungsminister Franz-Josef Jung landete Merkel im Feldlager Kundus im Norden des Landes. Dort sind 700 deutsche Soldaten stationiert. Es ist der zweite Besuch der Kanzlerin in dem Land nach 2007.

Kurz vor dem Besuch der Kanzlerin hatte es außerhalb des Lagers mehrere Zwischenfälle gegeben. In der Nacht zum Montag wurden Bundeswehrsoldaten, die eine Brückenbaustelle sieben Kilometer vom Lager entfernt sicherten, beschossen. Verletzte gab es nicht. Zudem war auf eine Bundeswehrpatrouille nahe der Stadt Kundus ebenfalls am Sonntag ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Auch dabei wurde niemand verletzt. Bei dem Anschlag wurde jedoch eines der gepanzerten Fahrzeuge vom Typ „Dingo“ stark beschädigt.

Die Reise war aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehalten worden. Er findet wenige Tage nach dem Nato-Gipfel in Deutschland und Frankreich statt, auf dem das Bündnis seine Strategie für Afghanistan neu ausgerichtet hatte. Die Allianz bekennt sich nach dem Richtungswechsel der neuen US-Regierung von Präsident Barack Obama stärker als bisher zum Wiederaufbau des Landes neben der Bekämpfung der Taliban. Deutschland wird die Zahl seiner Soldaten in den nächsten Monaten von jetzt 3800 auf 4400 erhöhen, was allerdings wegen der afghanischen Präsidentenwahl schon vorher beschlossen worden war.

Merkel war erst am Sonntagnachmittag vom eintägigen EU-USA-Gipfel aus Prag nach Berlin zurückgekehrt. Rund fünf Stunden später startete sie dann wieder Richtung Afghanistan. Neben dem Nato-Gipfel hatte sie in der vergangenen Woche auch das Treffen der G20-Treffen zur Weltfinanzkrise in London besucht.

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