Besuch in Kuweit
Bush: Truppenabzug im Plan

Die USA liegen nach Angaben von Präsident George W. Bush bei ihrem Vorhaben zum Abzug von 20 000 Soldaten aus dem Irak im Plan. Die Reduzierung werde wohl bis zur Jahresmitte abgeschlossen sein.

CAMP ARIFJAN/KUWEIT/TEHERAN. Bush äußerte sich zu dem Thema bei einem Truppenbesuch im Camp Arifjan in Kuwait nach Gesprächen mit dem Kommandeur der US-Truppen im Irak, David Petraeus, und dem US-Botschafter in Bagdad, Ryan Crocker. Über einen weiteren Abzug amerikanischer Soldaten hat Bush nach eigenen Worten aber noch keine Entscheidung getroffen. Ende Dezember hatten die USA rund 158 000 Soldaten im Irak.

Bush sagte, nach der vorübergehenden Aufstockung der US-Truppen im Irak sei es zu einer deutlichen Verbesserung der Sicherheitslage in dem Land gekommen. Indes rief er den Iran und Syrien auf, mehr zu tun, um die Gewalt in Bagdad einzudämmen. Petraeus hatte Ende Dezember trotz der jüngst abflauenden Gewalt in dem Golfstaat vor Rückschlägen bei der Sicherheit gewarnt. Es gebe noch viel zu tun. Vor einem Jahr habe der Irak aber am Rand eines Bürgerkriegs gestanden. Jetzt fordere die Gewalt dort deutlich weniger Opfer. Demnach sank die Zahl der getöteten Zivilisten gegenüber dem Vorjahr um 75 Prozent.

„Wir müssen alles tun um sicherzustellen, dass 2008 noch größeren Erfolg bringt“, sagte Bush. Der langfristige Erfolg im Irak sei von größter Bedeutung für die Stabilität in der gesamten Region. Die USA dürften ihren Verbündeten dort nicht den Rücken zuwenden. Nach der Verstärkung der US-Truppen im Irak vor einem Jahr kehrt dort laut Bush inzwischen „wieder Hoffnung ein“. Er sagte voraus, das Engagement der USA im Irak werde auch über seine Amtszeit hinaus weiterbestehen. Bush verlässt das Weiße Haus Anfang nächsten Jahres.

Die Truppenstärke hänge von der Lage im Land ab, erklärte der US-Präsident. Dabei lasse er dem US-Kommandeur im Irak, General David Petraeus, völlig freie Hand. „Wenn er den Abzug nicht fortsetzen wollte, geht das von mir aus in Ordnung, um sicherzustellen, dass wir Erfolg haben.“ Petraeus und der US-Botschafter im Irak, Ryan Crocker, sollen dem Kongress im März über die Lage Bericht erstatten.

Petraeus berichtete vor Reportern in Camp Arifjan von einer starken Zunahme von Anschlägen mit iranischen Sprengsätzen im Irak in den vergangenen Tagen. Zwar sei der Zufluss von Waffen aus dem Iran insgesamt zurückgegangen, doch habe die Zahl der Anschläge mit Teheran zugeschriebenen EFPs um das Zwei- oder Dreifache zugenommen. EFP ist die Abkürzung für „Explosively Formed Penetrator“, ein militärischer Fachbegriff für Sprengsätze, die die Panzerung von Fahrzeugen durchdringen können. Solche Bomben haben den Tod von zahlreichen US-Soldaten verursacht. Die Ursache für die Zunahme sei noch nicht klar, sagte Petraeus.

Zu Beginn seiner achttägigen Nahostreise hatte Bush in den vergangenen Tagen Israel und die palästinensischen Gebiete besucht. In Kuwait sprach Bush zuvor mit dem Emir, Scheich Sabah Al Ahmed Al Sabah. Weitere Stationen seiner Nahost-Reise sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Ägypten. Zuvor besuchte er Israel und das palästinensische Westjordanland. In Bahrain demonstrierten unterdessen rund 300 Menschen gegen den bevorstehenden Besuch von Bush. Die Demonstranten verbrannten am Freitag amerikanische und israelische Flaggen und riefen „Nieder mit Israel und Amerika“ sowie „Bush ist nicht willkommen“.

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