Besuch in Nordkorea

Wird Ban Ki Moon auf Kim Jong-un treffen?

Seit 1993 war kein UN-Generalsekretär in Nordkorea. Jetzt will Ban Ki Moon in das isolierte Land reisen. Ob er Machthaber Kim Jong-un treffen wird, ist allerdings noch unklar. Was sind Bans Pläne?
Der UN-Generalsekretär hält eine Rede. Demnächst will er nach Nordkorea reisen, vielleicht trifft er dann auf Kim Jong-un. Dieses Treffen wäre historisch. Quelle: dpa
Ban Ki Moon

Der UN-Generalsekretär hält eine Rede. Demnächst will er nach Nordkorea reisen, vielleicht trifft er dann auf Kim Jong-un. Dieses Treffen wäre historisch.

(Foto: dpa)

SeoulDer aus Südkorea stammende UN-Generalsekretär Ban Ki Moon plant laut einem Medienbericht in dieser Woche einen Besuch im weitgehend abgeschotteten Nordkorea. Es sei „unvorstellbar“, dass Ban bei dem Besuch nicht den nordkoreanischen Führer Kim Jong-un treffe, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf ranghohe UN-Vertreter. Kim traf seit der Machtübernahme 2011 mit keinem ausländischen Spitzenpolitiker zusammen.

Eine offizielle Bestätigung für die Planung des Besuchs gab es zunächst nicht. Ein Sprecher der Vereinten Nationen wollte den Yonhap-Bericht nicht kommentieren. Die südkoreanische Regierung erklärte, sie wisse nichts von einer solchen Reise. Bans Besuch in Nordkorea wäre der erste eines UN-Generalsekretärs in dem kommunistischen Land seit 1993.

Ban hatte bereits im Mai eine Visite in Nordkorea geplant. Pjöngjang lud ihn damals in letzter Minute wieder aus, weil der UN-Generalsekretär Kritik an einem nordkoreanischen Atomwaffentest geäußert hatte. Der UN-Generalsekretär hätte im Mai die Sonderwirtschaftszone Kaesong besuchen wollen, die Nordkorea gemeinsam mit Südkorea betreibt.

Ban stammt aus Südkorea und trat dort Anfang der 70er Jahre im Alter von 26 Jahren in den diplomatischen Dienst ein. Seinen ersten Diplomatenposten bei der UNO bekam er 1975. Seit dem 1. Januar 2007 ist er UN-Generalsekretär. Im Juni 2011 wurde er für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählt. „Ich glaube, Kim wird ihn persönlich treffen“, sagte Hong Hyun Ik, Forscher am Sejong-Institut in Seoul. Der nordkoreanische Führer werde dem UN-Generalsekretär vorführen wollen, „was er als seine Leistungen für die Wirtschaft Nordkoreas betrachtet“.

So inszeniert sich der Diktator
Kim Jong Un
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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat seine Armee in volle Gefechtsbereitschaft versetzt. So heizt er den ständigen Konflikt mit Südkorea an. Doch er kann sich gut selbst Inszenieren.

Kim Jong Un
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Hier zeigt er sich mit der Fußball-Frauen-Nationalmannschaft.

Am Flughafen
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Die Frauen nahmen an einem Spiel in China teil.

Gut lachen
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Der Diktator zeigt sich gerne umgeben von seinen Militärs und Beratern.

Applaus
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...und lässt sich applaudieren.

Kim Jong Un
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Immer stich der Machthaber Nordkoreas auf den Fotos hervor.

„Quasi-Kriegszustand“
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Nun berät der Diktator mit seinem Staab darüber, ob er Südkorea angreifen soll: Sollte die Lautsprecher-Beschallung nicht bis Samstagnachmittag (10.00 Uhr MESZ) beendet sein, werde Nordkorea mit Militäraktionen beginnen, heißt es in einem an das südkoreanische Verteidigungsministerium per Brief übermittelten Ultimatum, in dem ein „Quasi-Kriegszustand“ erklärt wird.

Die nordkoreanische Führung hat im Ausland kaum Rückhalt. Lediglich einige ranghohe Vertreter der chinesischen Regierung wurden in den vergangenen Jahren nach Pjöngjang entsandt. China, Japan und Südkorea hielten kürzlich einen Dreier-Gipfel ab, in dem sie gemeinsam die Entwicklung von Atomwaffen durch Nordkorea ablehnten.

1979, 1993, 2015
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