Besuche von US-Präsidenten
Der Bush-Besuch steht in einer langen Tradition

Der Besuch von US-Präsident George W. Bush am 23. Februar in Deutschland steht in einer langen Reihe: Als enger Verbündeter und als Staat an der Grenzlinie des Kalten Krieges war Deutschland in den vergangenen 50 Jahren beliebtes Ziel vieler US-Präsidenten. Mehrere ihrer Reden, vor allem in der symbolisch wichtigen „Frontstadt“ Berlin, sind in die Geschichte eingegangen.

HB BERLIN. Nachfolgend ein Überblick über wichtige Besuche.

1963 - John F. Kennedy in Berlin

Der Besuch des populären Demokraten Kennedy im Juni 1963 ist Legende. Zwei Jahre nach dem Bau der Mauer bekannte er sich zur Freiheit und Sicherheit der Stadt: „Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt“, sagte er vor jubelnden Bürgern und beendete die Rede auf Deutsch mit den Worten: „Ich bin ein Berliner.“

1985 - Ronald Reagan in Bitburg

Mit einer Kranzniederlegung auf einem Soldatenfriedhof in Bitburg, auf dem sich auch Gräber von SS-Männer befinden, löste Reagan im Mai 1985 heftigen Streit aus. Jüdische Organisationen protestierten scharf. Auch Reagans Visite im früheren Konzentrationslager Bergen-Belsen, als Ausgleich gedacht, konnte die Kontroverse nicht beruhigen.

1987 - Reagan in Berlin

Dagegen schloss Reagan zwei Jahre später mit seiner Rede am Brandenburger Tor an die feierlichen Bekenntnisse Kennedys und anderer Präsidenten zur Einheit Berlins an, als er an den sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow gerichtet sagte: „Mr. Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor (...), reißen Sie diese Mauer nieder.“

1989 - George Bush in Bonn und Mainz

Die weltpolitischen Umnbrüche durch die Krise der DDR und des Ostblocks standen im Zentrum des Besuchs von Präsident George Bush im Mai 1989. Er forderte Freiheit für die Völker Osteuropas und sprach von Deutschland und den USA als „Partner in einer Führungsrolle“. Der Besuch in Mainz findet seinen Widerhall in der Visite seines Sohnes, Präsident George W. Bush, 16 Jahre später.

1994 - Bill Clinton in Berlin

Bei seinem ersten Besuch in Berlin werden im Juli 1994 die Einheit Deutschlands und Berlins ebenso wie das Ende des Kalten Krieges symbolisch zelebriert. Mit deutschen Sätzen in seiner Rede knüpft Clinton an Kennedy an: „Berlin ist frei.“ Mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) schreitet er durch das offene Brandenburger Tor, dessen Öffnung Reagan sieben Jahre zuvor gefordert hatte.

2000 - Clinton in Berlin

Beim dritten der fünf Besuche Clintons stand im Mai 2000 der transatlantische Konflikt über das weltraumgestützte Raketenabwehr-System NMD auf der Tagesordnung. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Clinton bekräftigten unterschiedliche Positionen. Clintons Beliebtheit am Ende seiner Amtszeit zeigte sich bei einem gemeinsamen Abendessen beider Politiker im Szeneviertel Prenzlauer Berg.

2002 - George W. Bush in Berlin:

Bei seinem ersten Besuch in Deutschland im Mai 2002 hält Bush eine Rede im Bundestag, in der er die Teilung Berlins unter der sowjetischen Herrschaft und - nach den Anschlägen vom 11. September 2001 - den weltweiten Kampf gegen Terrorismus anspricht. Spannungen begleiten den Besuch. Bush sagt, er habe keine Angriffspläne gegen den Irak auf dem Tisch. Weniger als ein Jahr später beginnt der Irak-Krieg.

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