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03.07.2008 
Kolumbien

Betancourt will sich bei Sarkozy bedanken

Die nach jahrelanger Geiselhaft befreite frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt hat angekündigt, sie wolle bald nach Paris reisen, um sich persönlich bei Präsident Sarkozy und den Franzosen für ihren Einsatz zu bedanken.

Nach ihrer Rettung umarmt Ingrid Betancourt ihre Mutter. Foto: dpaLupe

Nach ihrer Rettung umarmt Ingrid Betancourt ihre Mutter. Foto: dpa

HB BOGOTA. „Ich möchte mich bei Präsident Sarkozy bedanken und bei allen Franzosen, die unsere Unterstützung, unser Licht und unser Leuchtturm waren“, sagte Betancourt, die auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt. „Es ist der Augenblick gekommen, den Franzosen zu sagen, dass ich ihnen danke und sie bewundere und dass ich mich stolz fühle, auch Französin zu sein und ein kleines Stückchen Frankreich in meinem Herzen zu haben.“

Betancourt sagte, sie wolle erst ihre beiden Kinder treffen, die nach Bekanntwerden der Befreiungsaktion von Paris aus nach Kolumbien geflogen waren und dann mit ihnen zusammen in die französische Hauptstadt reisen.

Die 46-jährige Betancourt war zusammen mit drei Amerikanern und elf weiteren Geiseln von Soldaten mit einem Trick in der südlichen Dschungel-Provinz Guaviare gerettet worden, wie die Regierung in Bogota am Mittwoch mitteilte. Bei der Aktion sei kein Schuss gefallen.

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, der sich zuletzt persönlich für Betancourt eingesetzt hatte, sagte, ein sechs Jahre währender Alptraum sei zu Ende. Er trat nach Bekanntwerden der Befreiung mit Betancourts Kindern im Pariser Elysee-Palast vor die Kameras.

Melanie und Lorenzo Betancourt rangen nach der Freilassung ihrer Mutter sichtlich um Fassung. „Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden“, sagt der Sohn der endlich wieder freien Politikerin nach der frohen Nachricht aus Bogotá. „Wir haben einen Kampf für die Freiheit gewonnen. Das ist der schönste Augenblick meines Lebens.“

Die an der Befreiungsaktion beteiligten Soldaten hatten sich als Sympathisanten der Rebellen ausgegeben, die die Geiseln zu Rebellenchef Alfonso Cano hätten bringen sollten. „Wir wurden gezwungen, in Handschellen den Hubschrauber zu besteigen, das war sehr demütigend“, berichtete eine zwar blasse, aber über das ganze Gesicht strahlende Betancourt auf dem Luftwaffenstützpunkt in Bogota über den Ablauf der Aktion. „Dann, plötzlich, haben sie die beiden Rebellen, die mit uns an Bord waren, entwaffnet und der Leiter der Operation schrie: Wir sind die kolumbianische Armee und Sie sind frei! Der Hubschrauber stürzte fast ab, weil wir angefangen haben zu klatschen und zu schreien und auf und ab zu springen.“

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