Anfang Juni hatte Venezuelas Präsident Hugo Chavez den neuen Farc-Anführer Cano zur Freilassung aller Geiseln aufgefordert. Bewaffnete Guerilla-Bewegungen seien nicht mehr zeitgemäß, sondern gehörten der Geschichte an. Schon zu Jahresbeginn ließ die Farc auf Vermittlung von Chavez mehrere Geiseln frei, die sie zum Teil seit Jahren im Dschungel gefangen gehalten hatte.
Die Farc ist die älteste noch bestehende linke Rebellengruppe Lateinamerikas und hatte einst 17 000 Kämpfer. Sie finanziert sich nicht nur durch Entführungen, sondern auch durch den Kokain-Handel.
Zuletzt mussten sie aber empfindliche Verluste hinnehmen. So töteten kolumbianische Soldaten Anfang März im Dschungel Ecuadors die Nummer zwei der Gruppe. Zudem desertierte eine prominente Kommandeurin der Farc und erklärte öffentlich, die Organisation befinde sich in der Auflösung.
Die zusammen mit Betancourt und elf weiteren Geiseln aus der Hand kolumbianischer Rebellen befreiten Amerikaner sind in der Nacht zum Donnerstag in die USA zurückgekehrt. Eine US-Militärmaschine mit den drei Geretteten an Bord landete in San Antonio im US-Bundesstaat Texas. Die drei Amerikaner waren in Kolumbien für den US-Rüstungskonzern Northrop Grumman tätig.


