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Betrugsprozess: Silvio Berlusconi zu Haftstrafe verurteilt

Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi ist in einem Prozess um Steuerbetrug zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Dass er jemals ins Gefängnis muss, ist aber sehr unwahrscheinlich. Seine Anwälte kündigten Berufung an.

MailandDer frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist in einem Prozess um Steuerbetrug und Schwarzgeldkassen zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Drei Jahre davon erließ ihm ein Mailänder Gericht in seinem Urteil am Freitag - unter Berufung auf ein Gesetz von 2006, das wegen der überfüllten italienischen Gefängnisse beschlossen worden war. Wenige Stunden nach Verkündung kündigten seine Anwälte Berufung an. Berlusconi sprach von einem „politischen Urteil“.

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Ob das Urteil in einem Berufungsverfahren überhaupt rechtskräftig werden kann, ist offen. Denn eine Verjährung der Straftaten ist nicht ausgeschlossen. Der 76-Jährige war einer von elf Angeklagten in dem bereits vor sechs Jahren begonnenen Verfahren um Berlusconis Konzern Mediaset.

Kommentar Berlusconi steht vor den Scherben seiner Macht

Neue Erfahrung für den „Cavaliere“: Berlusconi wird seine Haftstrafe wohl nicht antreten müssen, doch bislang hatte er nie einen Prozess verloren. Der Ex-Premier leidet unter dem Verlust seiner umfassenden Macht.

Kommentar: Berlusconi steht vor den Scherben seiner Macht

Berlusconi war nach Auffassung des Gerichts in den 1990er Jahren persönlich in eine Kette fingierter Verkäufe verwickelt. Beim Verkauf von TV-Rechten des Mediaset-Konzerns seien die Kosten um Hunderte Millionen Dollar aufgebläht worden, argumentierte Staatsanwalt Fabio De Pasquale. Das Gericht sprach von einem Geldfluss in Berlusconis Kassen. Die Verurteilten müssen zehn Millionen Euro an die italienischen Steuerbehörden bezahlen, entschieden die Richter.

Steckbrief Silvio Berlusconi - der „Cavaliere“

  • Herkunft

    Geburtstag: 29. September 1936

    Geburtsort: Mailand

  • Familie

    Vater: Bankangestellter Luigi Berlusconi (1908-1989)

    Mutter: Rosa Bossi (1911-2008)

    Familienstand: getrennt lebend, seit 2009 in Scheidung

    Kinder: drei Töchter und zwei Söhne aus zwei Ehen

  • Studium

    1961 Jura-Examen mit Bestnote der Universität Mailand

  • Größe

    1,64 Meter

  • Spitzname

    „Cavaliere“ (Ritter, Kavalier)

  • Partei

    1994 Gründung der Forza Italia, 2008 neue Partei Popolo della Libertà (Volk der Freiheit)

  • Regierungschef

    Von Mai 1994 bis Januar 1995, dann von 2001 bis 2006, erneut zum Ministerpräsidenten gewählt am 8. Mai 2008. Im November 2011 trat Berlusconi nach einer langen Reihe von Skandalen zurück.

  • Besitz

    Rund 150 Firmen, darunter der Fußballverein AC Mailand

  • Vermögen

    Geschätzt auf mehr als sechs Milliarden Euro

  • Selbsteinschätzung

    „Mit mir kann sich keiner vergleichen, nicht in Europa und nicht in der Welt.“

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Medienzaren drei Jahre und acht Monate Haft beantragt. Das Gericht ging noch darüber hinaus und untersagte es Berlusconi überdies für fünf Jahre, öffentliche Ämter zu bekleiden.

Erst am Mittwoch hatte der skandalumwitterte Berlusconi offiziell mitgeteilt, dass er bei der Parlamentswahl im Frühjahr 2013 doch nicht wieder als Kandidat für das Amt des Regierungschefs antreten will.

  • 27.10.2012, 11:48 Uhrkanallie

    Jetzt wurde die Strafe bereits gemildert - Verjährung und keiner kann es nachprüfen oder prüft nach weil niemand als (moralischer?) Kläger auftritt.
    Nun sagte Berlusconi zu alle dem: "wir haben keine Demokratike mehr!" - DIESER MANN IST DEFINTIV GRENZDEBIL im fortgeschrittenen Stadium!! Letztlich wird ihn das von einer realen Haft verschonen. Eher kommt er in den Turm des Vatikans um dort Reue zu üben - in seinen letzten Zügen..

  • 26.10.2012, 23:49 Uhrcucco

    Dieser Prozess wurde für die EU gemacht, um z.B. die Deutschen zu beruhigen, die sich gern an Bunga Bunga erfreuten, stellvertretend natürlich. Berlusconi ist ein verdienstvoller Mann in der Politik. Das haben die Medien hier bei uns niemals begriffen, auch wenn die Fakten auf dem Tisch liegen. Nein, berlusconi musste als Party Clown herhalten, damit die Deutschen was zu lachen hatten.
    Diese Affäre ist ein neuer Beweis, dass Europa in der Vielfalt stark sein kann, aber nicht in der Gleichmacherei. Denn man versteht sich überhaupt nicht. Die Mentalitätsunterschiede sind riesengross. Vielleicht wird auch Angie das noch vor ihrem Tod feststellen.

  • 26.10.2012, 19:25 UhrRalphFischer

    Berlusconi gehört der Verlag, der die Bilder von Kate abgedruckt hat.

    Mit etwas Glück wird er versehentlich von James Bond überfahren...

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