Bettencourt-Affäre: Sarkozy muss sich wegen Spenden-Affäre Ermittlern stellen

Bettencourt-Affäre
Sarkozy muss sich wegen Spenden-Affäre Ermittlern stellen

2017 wollte er nochmals versuchen, das Präsidentschaftsamt zurück zu erobern. Doch diese Pläne erleiden einen herben Rückschlag: Gegen Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wird wegen der Affäre Bettencourt ermittelt.
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ParisGegen Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy ist in der Korruptions- und Spendenaffäre um die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt ein Verfahren eingeleitet worden. Dem 58-Jährigen wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Bordeaux vorgeworfen, die Schwäche der betagten Milliardärin ausgenutzt zu haben. Betont wurde, für Sarkozy gelte die Unschuldsvermutung.

Zuvor war der Ex-Präsident erneut angehört worden. Sein Anwalt kündigte noch am Donnerstagabend umgehend rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an.

In der Affäre geht es unter anderem um den Verdacht, Sarkozy könnte seinen erfolgreichen Wahlkampf 2007 mit illegalen Bargeldspenden aus dem Milliardenvermögen der Bettencourt-Familie finanziert haben.

Hintergrund der Ermittlungen sind unter anderem Zeugenaussagen von ehemaligen Angestellten von Bettencourt. Eine frühere Buchhalterin behauptet, sie habe für eine Wahlkampfspende 150 000 Euro Bargeld organisieren sollen. Andere Mitarbeiter wollen prall gefüllte Umschläge gesehen haben.

Gegen einen Vertrauten Sarkozys läuft wegen der Bettencourt-Affäre bereits seit längerem ein Anklageverfahren. Sarkozy konnte lange nicht befragt werden, weil er als Präsident Immunität genoss. Er bestreitet alle Vorwürfe.

Im Sommer 2012 hatten Ermittler bereits Büro- und Wohnräume Sarkozys durchsucht, um mögliche Hinweise auf Gesetzesverstöße zu finden. Der konservative Politiker war im Vorfeld der Wahl im Jahr 2007 mindestens einmal bei den Bettencourts zu Gast.

Die 90 Jahre alte Bettencourt steht unter Vormundschaft ihres Enkels Jean-Victor Meyers. Die Milliardärin leidet nach Einschätzung von Ärzten an einer Mischung aus Alzheimer und anderen Demenzformen. Bettencourt verfügt nach Schätzungen über ein Vermögen von fast 20 Milliarden Euro.

Im Zusammenhang mit dem Verfahren war Sarkozy am Donnerstag mit einem wichtigen Zeugen in der Affäre konfrontiert worden. Im Justizpalast von Bordeaux traf er auf den einstigen Butler der L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt gegenübergestellt worden, erfuhr AFP aus Justizkreisen.

Der langjährige Butler der reichsten Frau Europas, die wegen fortschreitender Demenz entmündigt worden war, hatte heimlich Gespräch in der Villa von Bettencourt aufgenommen, die in der Affäre eine zentrale Rolle spielten.

Bei der Gegenüberstellung ging es den Angaben zufolge nun aber vor allem darum herauszufinden, wie oft Sarkozy bei der Milliardärin während seines Präsidentschaftswahlkampfes 2007 zu Gast war.

Sarkozy hat stets versichert, dass er während des Wahlkampfs 2007 nur einmal im Hause Bettencourt gewesen sei, um dort kurz den wenig später verstorbenen Mann der Milliardärin, André Bettencourt, zu treffen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bettencourt-Affäre: Sarkozy muss sich wegen Spenden-Affäre Ermittlern stellen"

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  • Nach dem Triebtäter DSK und der verdächtigen Frau Lagarde haben wir jetzt auch den Oberst Sarkozy.
    Feine französische Elite. Pfui Teufel.

  • Kein Überraschung, wo doch fast alle Politiker tiefe Taschen haben & sich bzw. ihre Partei schmieren lassen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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