Beunruhigende Berichte
Marokko ruft höchste Terrorwarnstufe aus

Rund eine Woche nach den gescheiterten Anschlägen von London und Glasgow hat Marokko die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Auf der Grundlage „verlässlicher Informationen“ sei die Gefahr eines Anschlages als sehr hoch einzuschätzen, teilte das Innenministerium in Rabat mit.

HB RABAT. Es sei deshalb eine „extreme Mobilisierung“ der Sicherheitskräfte angeordnet worden. Landesweit würden die Kontrollen verschärft. Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Das nordafrikanische Königreich ist ein enger Verbündeter des Westens im Kampf gegen den Terror. Bereits vor der Terrorwarnung war eine für den 11. Juli geplante Marokko-Reise des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf Oktober verschoben worden. Als Begründung wurden lediglich Termingründe genannt.

„Wir haben in den vergangenen Tagen übereinstimmende Berichte erhalten, die darauf hinweisen, dass Marokko Ziel eines Terroranschlags werden könnte“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Einzelheiten nannte er nicht. Erst vor knapp zwei Wochen hatte die spanische Polizei nach einem Hinweis aus Rabat zwei Marokkaner als mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzes El Kaida festgenommen. Die beiden 23 und 27 Jahre alten Männer stehen im Verdacht, junge Islamisten angeworben und in terroristische Ausbildungslager nach Nordafrika geschickt zu haben.

Im März und April hatten sich in der marokkanischen Wirtschaftsmetropole Casablanca sechs Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, ein siebter war von der Polizei erschossen worden. Bei den Anschlägen wurden ein Beamter getötet und etwa 25 Menschen verletzt. Die Polizei des nordafrikanischen Landes nahm damals mehr als 30 Verdächtige fest und erklärte, die für die Attentate verantwortliche Terrorzelle sei zerschlagen worden. In Casablanca waren im Mai 2003 bei Anschlägen auf westliche und jüdische Einrichtungen 45 Menschen ums Leben gekommen, darunter 12 Selbstmord-Attentäter.

Islamistische Gruppen versuchen seit Jahren, in den Staaten des Maghreb und der Sahelzone Fuß zu fassen. Bei den Anschlägen vom 11. März 2004 auf vier Madrider Pendlerzüge, bei denen 191 Menschen getötet und über 1800 verletzt worden waren, stammte ein großer Teil der Terroristen aus Marokko.

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