Beweise für Waffenlabore womöglich "nicht solide"
Powell äußert Zweifel an Iraks Waffenlaboren

US-Außenminister Powell hat Zweifel an den von ihm vorgelegten Beweisen für irakische Waffen geäußert. Das Material sei möglicherweise «gar nicht so solide gewesen», sagte er.

HB BERLIN: US-Außenminister Colin Powell hat eingeräumt, dass Zweifel an den von ihm dem UN-Sicherheitsrat vorgelegten Beweisen für irakische Waffenlabors angebracht sind. Auf dem Rückflug von der Sitzung der Nato-Außenminister in Brüssel nach Washington sagte Powell am Freitag, es scheine so, als ob die damals präsentierten handfesten Beweise gar «nicht so solide sind».

Zur Untermauerung seiner Ausführungen hatte Powell vor einem Jahr unter anderem auf Augenzeugenberichte «aus erster Hand» verwiesen, nach denen Irak über mobile Labors zur Herstellung von Biowaffen verfüge. Auch präsentierte Powell Computerbilder von vermeintlichen Labor-Lastwagen.

Die Existenz dieser Labors, mit denen Irak die internationalen Kontrollen hätte umgehen können, sei das «dramatischste» Element seiner Darstellung gewesen, sagte Powell. Daher habe er sich vergewissert, dass diese Informationen durch mehrere Quellen abgesichert gewesen seien. «Wenn nun die Quellen weggebrochen sind, dann müssen wir herausfinden, wie wir in diese Situation gekommen sind.» Er habe mit dem US-Geheimdienst CIA darüber gesprochen, sagte Powell.

Er hoffe, dass die Kommission zur Untersuchung der Arbeit der Geheimdienste vor dem Irak-Krieg die Wahrheit über das Material herausbringen werde, sagte er. Nach der Vorlage der Dokumente war die Zustimmung der US-Bevölkerung zu einem Krieg deutlich gestiegen. Der für die Suche nach irakischen Massenvernichtungswaffen eingesetzte US-Inspektor David Kay hatte bereits im vergangenen Herbst gesagt, er sei sich nicht sicher, ob Irak je ein Programm für Massenvernichtungswaffen gehabt habe.

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