Beziehungen im Hause Hollande
Die zwei starken Frauen des Monsieur le Président

François Hollande tritt korrekt und zuverlässig auf. Ein Blick in sein Privatleben offenbart etwas Anderes. Zwei Frauen prägen seine mediale Erscheinung, und sie tun alles, um sich und ihm das Leben zur Hölle zu machen.
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ParisFrançois Hollande (58) hat ein großes Vorbild: den ehemaligen sozialistischen Präsidenten François Mitterrand. Die Gemeinsamkeiten hören nicht bei der Politik auf, sondern reichen bis ins Privatleben. Wie François der Ältere ist der derzeitige Präsident ein Mann zwischen zwei Frauen. Der Krieg zwischen seiner ehemaligen Lebensgefährtin Ségolène Royal (58) und seiner derzeitigen Freundin Valérie Trierweiler (47), von US-Medien nur „First Girlfriend“ genannt, wird pikant gleich in drei Büchern thematisiert.

Im Gegensatz zu Mitterrand bringt Hollande sein Liebesleben in Bedrängnis. Mitterrand hatte eine Geliebte, alle wussten davon, doch niemand hat während seiner Amtszeit darüber geschrieben. Damals galt noch die Schweigepflicht für das Privatleben der Politiker in Frankreich. Doch das hat sich seit Nicolas Sarkozy und Carla Bruni geändert. Hollande hatte seinen Vorgänger kritisiert: „Das persönliche Leben der Kandidaten gehört nicht zur Schau gestellt.“ Er wollte der normale Präsident sein, alles anders machen. Doch der Krieg der Frauen kratzt an dem Image.

Seit Jahren ist Hollande von der Sozialistin Royal getrennt, mit der er vier Kinder hat, doch die beiden Damen zerfrisst eine alte Rivalität, die sie öffentlich austragen. Hollande schaffte es dadurch sogar bei Illustrierten wie „Voici“ auf den Titel. Die zeigen ihn mit Valérie in Badehose und dazu heißt es: „Ferien, um sich zu versöhnen.“ Aber auch die seriösen Medien von „L´Express“ bis zu „Le Nouvel Observateur“ schreiben genüsslich über das Trio.

Ihre Recherchen über das Liebesleben des amtierenden Präsidenten haben Anna Cabana vom Magazin „Le Point“ und Anne Rosencher von „Marianne“ schnell in Buchform gebracht und analysieren es in „Zwischen zwei Feuern“. In „Die Favoritin“ hetzt Laurent Greilsamer, ehemaliger Vizechef von „Le Monde“, über seine Journalistenkollegin Trierweiler und erzählte im Fernsehen, was er über sie denkt: „Cholerisch, exzessiv, verrückt, eine blöde Schnepfe“.

Sylvain Courage beschäftigt sich in „L´Ex“ mit Ségolène Royal. 2007 sah Royal noch wie die strahlende Gewinnerin aus, während Hollande immer dicker wurde. Doch sie unterlag im Präsidentschaftswahlkampf gegen Sarkozy, während Hollande – den Valérie inzwischen auf Diät gesetzt und neu gestylt hatte – diesen fünf Jahre später besiegte. Hollandes Hoffnung als normaler Präsident gesehen zu werden, sei eine Illusion, sagt Courage. „Sein Privatleben ist ihm um die Ohren geflogen.“

Hollande kommt in den Werken als eher wankelmütiger Typ rüber, der sich von seiner Stilberaterin Trierweiler kommandieren lässt und sie öffentlich als „Frau meines Lebens“ bezeichnet. Die brünette Journalistin erscheint als stutenbissige Intrigantin, in Frankreich hat sie ohnehin seit langem den Spitznamen „Rottweiler“. Angeblich hat die Liebschaft mit Hollande schon Anfang der 90er Jahre begonnen, als Royal noch mit Hollande liiert war und Trierweiler ebenfalls verheiratet, schreibt Courage.

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Eine Intrige wie im Spielfilm

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