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Bilanz des Krieges: Wie viele Billionen die Irak-Invasion wirklich kostete

Amerika zieht Bilanz: Fast 5 000 Soldaten der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten sind gestorben, bis zu eine Million Iraker haben ihr Leben verloren seit der Invasion im März 2003. Ökonomisch werden die Kosten des Lasten auf über eine Billion Dollar geschätzt – und die sozialen Kosten sind noch viel höher.

Mahnmal für gefallene US-Soldaten in Kalifornien: Die Rechnung des Krieges ist noch lange nicht vollständig Quelle: dpa
Mahnmal für gefallene US-Soldaten in Kalifornien: Die Rechnung des Krieges ist noch lange nicht vollständig Quelle: dpa

WASHINGTON. Zwischen 110 000 und eine Million Iraker haben seit der Invasion des Landes im März 2003 ihr Leben verloren – und 4 735 Angehörige der amerikanischen Streitkräfte und ihrer Verbündeten. Das ist die humanitäre Bilanz des Krieges an Euphrat und Tigris, der mit dem Abzug der Kampftruppen aus dem Irak am heutigen Dienstag in eine neue Phase eintritt. Ökonomisch werden die Kosten des mehr als siebenjährigen Waffengangs auf über eine Billion Dollar geschätzt, wobei alleine die USA offiziell rund 700 Mrd. Dollar ausweisen. Das zumindest sind jene Gelder, die der amerikanische Kongress seit 2003 für den Irak-Krieg bewilligt hat.

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Zehntausende verloren Gliedmaßen oder leiden unter Traumata

Doch die Rechnung des Krieges ist damit noch lange nicht vollständig. Denn mit dazu addiert werden müssen jene Kosten, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entstehen. Zum einen bleibt die US-Truppenpräsenz mit rund 50 000 Soldaten weiterhin beträchtlich, und es ist noch offen, ob die jetzt stationierten Einheiten auch tatsächlich bis Ende 2011 abgezogen sind. Zum anderen gehören auch jene Kosten in die Bilanz, die für die zum Teil lebenslange medizinische Betreuung und soziale Absicherung von Kriegsveteranen anfallen.

32 000 US-Soldaten wurden in diesem Krieg verwundet, viele tausende davon schwer. Insbesondere durch Straßenbomben und Selbstmordanschläge mit Sprengstoffgürteln verloren viele Soldaten Gliedmaßen oder leiden unter post-traumatischen Krankheiten. Eine Studie der Harvard-Universität aus dem Jahr 2007 rechnete diese Kosten seinerzeit auf bis zu 660 Mrd. Dollar hoch. Drei Jahre später kann diese Zahl um einige hundert Milliarden Dollar aufgestockt werden.

Ebenfalls zumeist unberücksichtigt bleibt, dass der Krieg im Irak auf Pump finanziert wurde. Bezahlt wurde er mit geliehenem Geld – für das Zinsen bezahlt werden muss. Wie viele Milliarden dadurch zusätzlich auf den amerikanischen Steuerzahler zukommen, kann nur geschätzt werden. Auch hier existiert lediglich eine Berechnung aus dem Jahr 2007, die sich einschließlich der Zinszahlungen auf 2,4 Bill. Dollar beläuft. Nobelpreisträger Joseph Stiglitz war 2008 sogar auf volkswirtschaftliche Gesamtkosten von drei Bill. Dollar gekommen.

Zig Milliarden Dollar sind zudem spurlos verschwunden oder verschwendet worden. Dazu zählen Ersatzteile für Kriegsgerät, die über externe Lieferanten zur Truppe kommen sollten – diese aber nie erreichten. Geld, das für überhöhte Rechnungen der Rüstungsfirmen und Zulieferer wie Halliburton oder KBR bezahlt wurde. Oder aber bei irakischen Stellen versickerten. Nach Angaben des US-Kongresses sind hier mindestens zehn Milliarden Dollar nicht mehr auffindbar.

Lassen sich diese Lasten ökonomisch wenigstens noch einigermaßen kalkulieren, so ist es nahezu unmöglich, die sozialen Kosten zu berechnen. So mussten nach Angaben der Uno über 1,5 Millionen Iraker in andere Landesteile fliehen, als 2006 der ethnische Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten eskalierte. Ebenfalls rund 1,5 Millionen Menschen suchten Schutz in Nachbarländern - Landsleute, die dem Irak beim Wiederaufbau schmerzlich fehlen. Ein Viertel der Iraker lebt unterhalb der Armutsgrenze und hat täglich weniger als 2,20 Dollar zur Verfügung. 75 Prozent der Haushalte sind auch heute nicht an die Kanalisation angeschlossen, 80 Prozent des Wassers ist nicht sauber genug, um es trinken zu können.

Unter dem Regime von Saddam Hussein ging es den Menschen zwar nicht besser, sondern im Zweifel noch etwas schlechter. „Doch wenn man betrachtet, was an Blut und Geld in diesen Krieg investiert wurde, dann ist das ein ziemlich armseliges Ergebnis", bilanzierte jüngst in einem Interview Toby Dodge, Irak-Experte am Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) in London.

  • 31.08.2010, 20:33 UhrAnonymer Benutzer: Alf

    So ist das!

    Regiert wird von schwachsinningen Marionetten, welche vom Grosskapital gelenkt werden.

    Anschliessend legt man sich auf die Staatliche Luxusmatratze und überläßt anderen die Kosten und Folgeprobleme.

    Diese Schmarotzer und bandieten sind unerträglich.

    Früher wurde Ungeziefer vernichtet, heute wird dieses gezüchtet und bestens unter der Obhut des Staates versorgt..., und diese charakterlosen Selbstversorger nennen sich Volksvertretung!

    WiE LANGE NOCH ?

  • 31.08.2010, 17:04 UhrAnonymer Benutzer: Ralph Fischer

    Kleinkarierte Erbsenzähler.

    bush hat den Krieg angefangen um ans Öl zu kommen und Saddam zu besiegen.
    Die Operation war ein voller Erfolg und die Rechnung muss er ja nicht bezahlen.

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