Bilaterale Gespräche finden aber statt
Berlusconi sagt Operngipfel ab

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat nach Angaben der Bundesregierung seine Teilnahme an einem gemeinsamen Opernabend mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in Verona kurzfristig abgesagt.

Reuters BERLIN/VERONA. „Herr Berlusconi geht nicht mit in die Oper“, sagte Regierungssprecher Bela Anda am frühen Freitagabend in Verona. Als Grund sei von italienischer Seite am späten Nachmittag genannt worden, Berlusconi wolle aus Sorge vor Demonstrationen gegen ihn nicht an dem Opernabend mit Schröder und dem Präsidenten der EU-Kommission, Romano Prodi, teilnehmen. Das bilaterale Gespräch mit Schröder am Samstagvormittag finde aber wie geplant statt. „Man sieht sich ganz normal“, sagte Anda. Schröder und Berlusconi wollten sich ursprünglich am Abend erstmals seit Beginn der Verstimmungen in den deutsch-italienischen Beziehungen wieder treffen. Schröder war auf Einladung von EU-Kommissionspräsident Prodi nach Verona gereist, um eine Aufführung des weltberühmten Musikfestivals zu besuchen.

Die Verstimmungen in den deutsch-italienischen Beziehungen hatten begonnen, nachdem Berlusconi dem SPD-Europaabgeordneten Martin Schulz in einer Debatte geraten hatte, in einem Film die Rolle des Aufsehers in einem Nazi-Konzentrationslager anzunehmen. Schröder forderte daraufhin eine Entschuldigung, die Berlusconi jedoch in einem Telefonat der beiden Regierungschefs verweigerte. Das Verhältnis trübte sich weiter ein, als dann der damalige italienische Tourismus-Staatssekretär Stefano Stefani deutsche Touristen in einem Artikel als supernationalistische Blonde bezeichnete, die keine Gelegenheit ausließen, unverschämt zu werden und lärmend über italienische Strände herzufallen. Schröder sagte daraufhin seinen Urlaub in Italien ab und verbrachte seine Ferien statt an der Adria zu Hause in Hannover.

Der aus Italien stammende Prodi, der auch als innenpolitischer Rivale Berlusconis bei der nächsten Wahl gilt, hatte Schröder kurz nach dessen Urlaubs-Absage zum Besuch der Musikfestspiele nach Verona eingeladen. „Ich werde den italienischen Ministerpräsidenten fragen, ob er Einwände hat. Wenn nicht, hoffe ich, dass ich Zeit finde, das zu machen“, hatte der Kanzler damals gesagt.

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