Bilaterales Energieforum
Merkel sieht Indien als strategischen Partner

Deutschland will seine Beziehungen zu Indien ausbauen. Nach langen Jahren der Konzentration auf das Boomland China will die Bundesregierung nun verstärkt auch mit dem anderen Milliardenvolk zusammenarbeiten. So ist Indien in diesem Jahr nicht nur Partnerland bei der Hannover Messe, sondern auch bei der internationalen Buchmesse in Frankfurt.

HANNOVER/NEU-DELHI. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit dem indischen Premier Manmohan Singh in Hannover. Beide eröffneten dort am Sonntagabend die Industrie-Messe, auf der sich Indien als Partnerland präsentiert. Demonstrativ wurde Singh in den Herrenhäuser Gärten mit militärischen Ehren begrüßt.

Bereits im Jahr 2000 hatte die damalige Bundesregierung einen strategischen Dialog mit dem südasiatischen Land begonnen. Auch in Absetzung zu China werden nun in einer gemeinsamen Erklärung noch stärker die Gemeinsamkeiten als Demokratien unterstrichen. „Deutschland und Indien werden ihre strategische Partnerschaft auf der Basis gemeinsamer demokratischer Werte und gemeinschaftlicher Interessen vertiefen“, heißt es dort. Beide Ländern wollen zudem weiter für eine Reform des Uno-Sicherheitsrates werben und dabei die Zusammenarbeit mit Japan und Brasilien (G4) fortsetzen. Alle vier machen sich Hoffnungen auf einen ständigen Sitz im höchsten Uno-Gremium.

Merkel und Singh vereinbarten unter anderem ein bilaterales Energieforum. Dieses solle heute am Rande der Hannover Messe erstmals zusammentreten, sagte Merkel gestern. Dabei sollen etwa Fragen der Energiesicherheit und der erneuerbaren Energien besprochen werden. Indien zählt angesichts hoher Wachstumsraten wie China zu den energiehungrigsten Staaten. Singh hatte schon vor der Reise in einem Handelsblatt-Interview auf eine stärkere Kooperation im Energiebereich gepocht.

Merkel deutete eine positive Haltung Deutschlands zu dem indisch-amerikanischen Atomabkommen an. Die Absprache mit Washington erkennt Indien faktisch als Atommacht an und verspricht dem Land Zugang zu Nukleartechnik für die Energiegewinnung, obwohl es sich internationalen Kontrollen nicht voll unterwirft. Berlin wolle aber zunächst die Ratifizierung im US-Kongress abwarten, sagte Merkel, bevor die Bundesregierung dem Vertrag in der so genannten „Nuclear Suppliers Group“ zustimme. Mitglieder wie Großbritannien, Frankreich, Kanada und Russland unterstützen öffentlich eine Erlaubnis für die Lieferung ziviler Kerntechnik an Indien.

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