Bild der Verwüstung
Blutige Schlacht um Geld-Konvois im Nordirak

Bei den heftigsten Gefechten der US-Armee mit Freischärlern im Irak seit Anfang Mai sind nach US-Angaben nördlich Bagdads 54 Angreifer getötet worden. Das Ziel der Angreifer: Sie wollten Lieferungen neuer Banknoten in ihren Besitz bringen.

HB SAMARRA/BAGDAD. Die US-Truppen schlugen dabei Angriffe auf zwei Geldtransport-Konvois in der Stadt Samarra zurück. Bei dem Gefecht, das eines der heftigsten seit dem Sturz von Saddam Hussein war, seien am Sonntag zudem 22 Iraker und fünf US-Soldaten sowie ein mitreisender Zivilist verletzt worden, sagte der Sprecher der US-Truppen im Irak, General Mark Kimmitt. Am selben Tag wurden zwei südkoreanische Elektriker nahe der Stadt Tikrit aus dem Hinterhalt getötet. Zuvor waren am Wochenende sieben spanische Geheimdienstbeamte und zwei japanische Diplomaten auf gleiche Weise im Irak umgekommen.

Die beiden Konvois hätten Lieferungen der seit Anfang Oktober ausgegebenen neuen Banknoten zu zwei Geldinstituten in Samarra gebracht, sagte Kimmitt am Montag auf einer Pressekonferenz in Bagdad. Weil es bei allen vier früheren Transporten dieser Art in den vergangenen drei Wochen bewaffnete Zwischenfälle gegeben habe, seien die beiden Konvois von einer Panzereinheit mit 93 Soldaten gesichert worden.

Die Fahrzeugkolonnen seien zeitgleich an zwei Stellen in der rund 110 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt angegriffen worden. Die Iraker hätten zunächst Sprengsätze gezündet und dann das Feuer aus Gewehren und mit Mörsern auf die Militärfahrzeuge eröffnet. Die Soldaten der 4. Infanteriedivision feuerten nach Militärangaben aus Kampfpanzern und gepanzerten Fahrzeugen auf Gebäude, in denen sich die Angreifer verschanzt hatten. Mehrere Häuser seien zerstört worden. Viele der Angreifer hätten schwarze Uniformen wie die gefürchtete Miliz Fedajin-Saddam getragen. Die Angabe über die Zahl der Opfer beruhe auf Gefechtsfeldberichten, die Leichen seien nicht in der Hand der US-Truppen, sagte Kimmitt. Einer der Angreifer sei gefangen genommen worden.

In Samarra bot sich am Montag ein Bild der Verwüstung. Ein Fotograf der europäischen Pressefoto-Agentur epa sah von Panzern niedergewalzte Autos und Wohngebäude mit Hunderten von Einschusslöchern. Offizielle Vertreter in Samarra sprachen von einer regelrechten Schlacht und bestritten die amerikanischen Angaben. Der Polizeichef von Samarra, Oberst Ismail Mahmud Mohammed, sagte, es seien acht Zivilisten getötet worden, darunter ein iranischer Pilger. 45 Zivilisten seien verletzt worden.

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