Bilderberger-Treffen Geheimbund der Macht

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140 Teilnehmer erwartet

Benannt ist die Konferenz mit den handverlesenen Gästen nach dem holländischen Hotel de Bilderberg. Dort lud 1954 Prinz Bernhard der Niederlande einflussreiche Persönlichkeiten ein, um hinter verschlossenen Türen die internationalen Problem zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.

Kritiker werfen der Bilderberg-Konferenz vor, einen angeblich gewaltigen Einfluss auf Politik und Wirtschaft außerhalb des demokratischen Meinungsbildungskongress auszuüben. Der in der Protestszene populäre Buchautor („Drahtzieher der Macht: Die Bilderberger“) Gerhard Wisnewski spricht von einer „Verschwörung der Spitzen von Wirtschaft, Politik und Medien.“

So ist es um die G7-Chefs bestellt
Deutschland
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Kanzlerin Angela Merkel präsentiert sich als diesjährige G7-Präsidentin in starker Form. Deutschland geht es wirtschaftlich gut. Innenpolitisch steht die CDU-Chefin in Umfragen glänzend da – trotz Geheimdienstaffäre und Sorgen bei Energiewende und sozialen Fragen. Außenpolitisch, vor allem bei den Problemen in Europa und mit Russland, setzen alle ihre Gäste auf die deutsche Regierungschefin.

USA
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US-Präsident Barack Obama kommt wirtschaftlich gestärkt zum Gipfel, die große Konjunkturflaute ist vorbei. Doch außenpolitisch läuft es für ihn schlecht: Er hat kein schlüssiges Konzept gegen den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien und genauso wenig gegen das russische Vorgehen in der Ukraine.

Italien
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Ministerpräsident Matteo Renzi hat mit Widerstand auch in seiner eigenen Partei gegen seine Reformen zu kämpfen. Italien steckt immer noch in einer tiefen Krise, doch im Mai wurde offiziell das Ende der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg verkündet. Wichtiges Thema für Rom: Die Flüchtlingsproblematik im Mittelmeer.

Frankreich
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Staatspräsident François Hollande gilt wegen der schlechten Wirtschaftslage in seinem Land als geschwächt. In Umfragen wird er sehr schlecht beurteilt. Er hat seinem Land große Reformen verordnet, die werfen allerdings nur langsam Früchte ab. Frankreich kämpft seit Jahren mit hoher Verschuldung und Rekordarbeitslosigkeit.

Großbritannien
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Premierminister David Cameron fährt mit Rückendeckung eines fulminanten Wahlsieges zum Gipfel. Allerdings hat er zu Hause weiter Sorgen: Verfassungsrechtsfragen zur Unabhängigkeitsbestrebung Schottlands sowie europapolitischer Ritt auf der Rasierklinge mit dem geplanten Referendum zum EU-Austritt. Das lähmt den Rest der Außenpolitik.

Kanada
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Premierminister Stephen Harper kommt wirtschaftlich und politisch stark nach Bayern. Kanada - 28 Mal so groß wie Deutschland bei nicht einmal der Hälfte der Einwohner - hat die Wirtschaftskrise besser überstanden als jedes andere G7-Land. Selbstbewusste Außenpolitik: nah dran am mächtigen Nachbarn USA - mit eigener Note.

Japan
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Premierminister Shinzo Abe steht unter Druck, die Deflation der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu überwinden und gegenüber China militärisch zu stärken, mit Konjunkturprogrammen, Reformen, Geldschwemme durch die Notenbank. Japan hat unter allen Industriestaaten die höchste Staatsverschuldung: 250 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die erwarteten 140 Persönlichkeiten können sich auf keinen freundlichen Empfang in Österreich gefasst machen. Zahlreiche Organisation wie die Globalisierungsgegner von Attac und alpenländische Parteien wie die Grünen, KPÖ und Piraten haben ihren Protest angekündigt. In Telfs, dem Ort des Interalpen-Hotel Tyrol, soll am 13. Juni eine Demonstration mit 1000 bis 2000 Menschen stattfinden. In Innsbruck ist außerdem eine alternative Konferenz für 12. Juni geplant.

Die Protestorganisationen sprechen von einem „organisierten Geheimtreffen“. Sie fordern von den Bilderbergern volle Transparenz. „Wir sind nicht einverstanden damit, dass sich demokratisch gewählte Politiker, aber auch die Inhaber großer Medienverlagshäuser, hinter verschlossenen Türen mit hochrangigen Vertreter von Militär, Geheimdiensten, Bankenwesen und Großkonzernen treffen, um aktuelle Themen von allgemeinem Interesse, die uns alle betreffen, zu besprechen“, teilten die Protestorganisationen mit.

Joschka Fischer und Peter Löscher
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11 Kommentare zu "Bilderberger-Treffen: Geheimbund der Macht"

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  • Manch einer redet in dieser Zeit von einer großen Verschwörung finsterer Mächte, die böse Finanzkrake, die alles unterjocht.
    Betrachtet man die Geschichte mit Tiefe, dann wimmelt es in der Tat von Verschwörungen, die sind viel billiger und schneller zu managen als Kriege, wo man schweres Gerät und 100.000de Soldaten durch die Welt schieben muß.
    Verschwörungen haben Charme, der Unwissende lächelt spöttisch darüber, nur der Weise schaut genau hin und untersucht.
    Über der Tischdecke kann man sich Pilatius gleich die Hände in Unschuld waschen, unter der Tischdecke findet das eigentliche Geschehen statt, organisiert von erfahren, überstaatlichen, teils sehr alten Organisatoren, die Führungskräfte erfahren in jahrzehntelanger Verantwortung.
    Die Organisationen sind teils unsichtbar, oder es darf gemauert werden oder sie sind teils sichtbar wie Goldman, Lazard und und und.....
    Wer sind die Gegner? Laienparlamente mit Abgeordneten die sehr gerne Beraterverträge annehmen und behalten wollen, Politiker die kurzfristig an der Macht sind und nach ein paar Jahren neuerlich kämpfen müssen, sie zu behalten.
    Das ist ein schwacher Gegner für die alles durchdringenden Herren der Ringe.
    Ein Geheimtreffen ist dies offensichtlich nicht, dafür nutzt die Finanzindustrie diskretere Formen, doch es ist eine Schnittstelle von Wirtschaft zu Politik, wo der Veranstalter versucht genau herauszufinden, auch mit Methoden der Stimmenanalyse, wie Entscheider ticken und was man mit ihnen anstellen kann. Doch das sind natürlich nicht die einzigen angewandten Methoden.

  • Diese geheimen Treffen, die sich jedem demokratischen Verhalten entziehen, sollte es generell nicht geben

  • Nettes Hotel, wäre für mich sehr geeignet.

    Leider schürt man damit nur den Neid und den Hass auf die Repräsentanten. Ist evlt. ein klienes pulverfass, was man dem Volk dort vorrollt.

  • Vom 7.-8. Juni 2015 findet nämlich die jährliche Showveranstaltung für das Wahlvolk statt, wo einige Nebelkerzen gezündet werden, um die Bevölkerung vom Wesentlichen abzulenken.
    Die Entscheidung über die Abschaffung des Bargeldes wird höchstwahrscheinlich eine Woche später fallen, genau gesagt vom 10.-14. Juni 2015 im 45 km entfernten Telfs beim Treffen der Bilderberger. Sie gelten als geheime Weltregierung und dort treffen sich zwischen 100 und 150 Gäste.
    hre Erfüllungsgehilfen in der Politik verkaufen den Bürgen dann die Vorgaben der Bilderberger als ihre Ideen. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass so gut wie nichts in den offiziellen Medien darüber berichtet wird. Anders sieht es beim G 8-1 (G 7) Treffen aus, dort wird über alle noch so kleinen Details berichtet, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich um eine bedeutsame Veranstaltung handelt.
    Die Abschaffung des Bargelds wird neben den Themen Ukraine-Konflikt und die Förderung der Flüchtlingsströme nach Europa ganz oben auf der Agenda beim diesjährigen Bilderberger Treffen stehen. Sie würden so einem ihrer Hauptziele, der totalen Kontrolle jedes Einzelnen erschreckend nah kommen.

  • Also, da treffen sich jedes Jahr ein paar einflussreiche Leute in verschwiegenen Hotels, die widerum andere einflussreiche Leute einladen um sich mit ihnen im Pool oder in tiefen Sesseln zu räckeln. Besprochen wird dies und das und man verabredet, dieselbe Veranstaltung im nächsten Jahr an anderm Ort zu wiederholen.

    Presse ist nicht geladen obwohl ausgewählte Journalisten anwesend sind, widerum nicht, um über das Treffen oder Tagungsordnungspunkte zu berichten sondern offensichtlich aus "anderen" Gründen.

    Alles ziemlich lustig und vor allem teuer, was die Sicherheit angeht.

    Das hier das "Schicksal der Welt" besprochen und ausgehandelt wird, dürfte im Bereich derLlegende angesiedelt sein, dass man gewisse Dinge im allgemeinen Interesse nicht nur bespricht sondern Handlungsmaximen auslotet,
    kann zumindest nicht völlig ausgeschlossen werden

    Da gilt "nichts genaues weiß man nicht"., muß man sich nicht wundern wenn "Verschwörungstheorien, was die Bilderbergtreffen angeht ins Kraut schießen.

    Dem könnte man von Seiten der Bilderberger mit einer offenen Pressepolitik begegnen, so man denn wollte.

  • Sie haben es exakt verstanden.
    Menschen können nur Macht über andere Menschen erlangen, wenn die es zulassen. Ansonsten ist das unmöglich.
    Es ist irrsinnig anzunehmen, dass ein Machtbund respektive -kollektiv die Geschicke und das zukünftige Schicksal der Menschheit bestimmen kann.
    Ludwig von Mises hat das übrigens wunderbar auf den Punkt gebracht:
    "Only the individual thinks. Only the individual reasons. ONLY THE INDIVIDUAL ACTS."
    Dazu beispielhaft nur ein - zugegeben sehr düsteres - Szenario: der psychiatrisch kranke Diktator Nordkoreas läßt Atomraketen abfeuern, und es kommt zum nuklearen Gegenschlag. Unwahrscheinlich: ja, aber absolut ausgeschlossen: nein. Könnten die Bilderberger das definitiv verhindern? Könnten sie dessen Handeln so steuern, dass er das definitiv nicht tut? Nein. Und gäbe es irgendwelche "Planspiele" der Bilderberger, so wären sie damit auch auf einen Schlag beendet...

  • Verschwörungstheoretiker ist man wohl schon, wenn man die zeitliche und räumliche Nähe zu G7 nicht für Zufall hält. Die TIPP-Verhandlungen sind etwa so, als ob die Darsteller der Augsburger Puppenkiste mit dem Intendanten dieses Theaters die Arbeitsbedingungen verhandeln.

  • Solche Verschwörungstheorien sind ungefähr genauso intelligent wie die Vorstellung, der Staat könne alles regeln und planen.
    Also: nicht sehr intelligent....

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Zitate ohne Quellenangabe

  • Japp, die Zeiten, wo es ein Geheimbund war, sind längst vorbei. Trotzdem ist es immer wieder nett, davon zu hören und die netten Geschichten zu lesen.

    Danke für diesen netten und sehr unterhaltsamen Beitrag.

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