Bildung
Ansturm auf die Hochschulen kostet zusätzliche Milliarden

Die Botschaft vom Akademikermangel ist angekommen: 2010 haben sich 440 000 junge Leute an den Hochschulen eingeschrieben - 18 000 mehr als 2009. Während die Bildungsministerin den Bildungsstandort Deutschland auf dem richtigen Weg sieht, sehen sich die Hochschulen außer Stande, den massiven Zustrom zu bewältigen.
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BERLIN. Die Botschaft vom Akademikermangel ist angekommen: 2010 haben sich 440 000 junge Leute an den Hochschulen eingeschrieben - 18 000 mehr als 2009. Ihr Anteil an der gleichaltrigen Bevölkerung kletterte von 43 auf gut 46 Prozent. Damit kommen auf Bund und Länder Mehrkosten in Milliardenhöhe zu, denn der Andrang ist weit höher als erwartet.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht "die Bildungsrepublik auf dem richtigen Weg", die Studienanfänger gäben "die richtige Antwort auf den drohenden Fachkräftemangel". Das sei auch ein Erfolg des Hochschulpaktes für den Ausbau der Hochschulen und der Bafög-Reform.

Auch bei den Ingenieuren deutlich mehr Erstsemester

Kräftigen Zulauf registrieren auch die für die Wirtschaft entscheidenden Mangel-Fächer: Im Maschinenbau/Verfahrenstechnik stieg die Zahl der Anfänger um zwei Prozent, in Informatik um drei, in Elektrotechnik um sieben Prozent. Die Bauingenieure registrierten sogar 14 Prozent mehr Erstsemester.

Die Hochschulen sehen sich allerdings außerstande den massiven Zustrom zu bewältigen: "Wir müssen darauf bestehen, dass der Hochschulpakt deutlich aufgestockt wird", sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel. Sie warnte davor, den zusätzlichen Andrang mit Bordmitteln bewältigen zu wollen: "Wir dürfen keine Kompromisse bei der Qualität machen." Die Alternative sei, dass Unis und Fachhochschulen künftig massenhaft einen örtlichen Numerus Clausus verhängen. Schon jetzt ist die Zulassung zu jedem zweiten Studiengang beschränkt.

Bund und Länder wollen zwar den Anteil der Akademiker auf 40 Prozent steigern, doch die neuen Zahlen liegen weit über den Prognosen. So übertrifft die Zahl der Erstsemester in diesem Jahr die Plandaten bereits um 53 000.

Ursprünglich sollte der erste Hochschulpakt von 2007 bis 2010 zusätzlich 91 000 Studienplätze schaffen - tatsächlich wurden jedoch 156 000 eingerichtet. Besondere Lasten übernahmen hier die Stadtstaaten und die ostdeutschen Länder. Allein die Ausfinanzierung dieser Zusatzplätze "kostet den Bund in den nächsten drei Jahren rund eine Milliarde Euro mehr als geplant - auf die Länder kommen Zusatzausgaben in ähnlicher Größenordnungen zu", so Wintermantel.

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  • Die verzweifelten Versuche, die leerstehenden Uni´s zu füllen.

    Mit Hunderten von Millionen DM/Euro wurden die Universitäten in der DDR rundumerneuert und sind oftmals besser ausgestattet als im Westen. Trotzdem stehen fast alle Uni´s leer, möchten viele im Westen studieren, obwohl die Uni´s schon auf die Studiengebühren verzichten. Wie kommt das?

    Fast alle intelligente, die Mädels, sind bereits in den Westen abgewandert. Frauen verzweifelt gesucht. http://www.sueddeutsche.de/politik/o...sucht-1.784869

    Sachsens MP Tillich will Rückkehrerprogramme für Ostdeutsche. Doch niemand kommt zurück. Wie kommt das? http://www.welt.de/politik/deutschla...tdeutsche.html

    Leipzigs Ex-Ob Tiefensee wollte sogar eine Rückkehrprämie für Mädels aussetzen. Trotzdem wollte keine einzige wieder zurück kommen. Wie kommt das?

    Und weshalb möchte fast niemand aus dem Westen im Osten studieren, trotz suggerierter himmlischer bedingungen?

    Fremdenfeindlichkeit - eine eindringliche Warnung an Touristen (LVZ). Mehr rechtsextreme Straftaten in Sachsen - Leipzig mit den meisten Gewaltdelikten. Überfälle in Serie auf Ausländer in Ostdeutschland. Gewalt, nur weil es Spaß macht. Wenn aus purer Lust an sinnloser Gewalt getötet wird, schreibt der Hallesche Universitätsprofessor Marneros in seinem buch „blinde Gewalt“. Die meisten Opfer von Rechtsextremisten sind ja nicht Schwarze, Ausländer oder Juden: Es sind (West)Deutsche. Es geht noch schlimmer: Herr Endrias vom Verein gegen rechte Gewalt: „Die meisten Übergriffe kommen nicht von Skinheads, sondern von scheinbar „ganz normalen“ Menschen“. Diese Feststellung muß nicht noch kommentiert werden.

    Rassismus in Ostdeutschland: http://www.sueddeutsche.de/politik/r...lltag-1.210984
    Sogar ein Pfarrer flieht vor dem Alltag. Die Geschichte einer Pfarrersfamilie ist eine furchtbare Geschichte über den alltäglichen Rassismus in Ostdeutschland. Die Familie des Geistlichen wird beleidigt, beschimpft und bespuckt - bis sie schließlich von Thüringen zurück nach Nordrhein-Westfalen zieht. Nicht umsonst warnen sogar große internationale Reiseführer eindringlich vor besuch in Ostdeutschland.

    Die neuesten verzweifelten Versuche, die leerstehenden Uni´s zu füllen: Werbung mit leicht bekleideten Sachsen-Mädels. ist der Osten noch zu retten?www.spiegel.de/spam/0,1518,486062,00.html

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