Bin Laden im Grenzgebiet zu Pakistan vermutet
Karsai: El Kaida in Afghanistan ausgelöscht

In Afghanistan ist das Terrornetzwerk El Kaida nach Ansicht von Präsident Hamid Karsai vollständig ausgelöscht. „Sie sind keine überlebensfähige Untergrundorganisation mehr“, sagte Karsai am Freitag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP in New York.

HB NEW YORK. El-Kaida-Führer Osama bin Laden halte sich wahrscheinlich im Grenzgebiet zu Pakistan auf. „Sie verstecken sich“, sagte Karsai über die Mitglieder des Terrornetzwerks. „Ihre Führung versteckt sich.“ Der Präsident widersprach damit einem Bericht des amerikanischen Geheimdienstes.

Dieser hatte kürzlich festgestellt, dass die El Kaida in Afghanistan immer noch aktiv sei. Sie habe sich mit Anhängern der Taliban „und anderen Elementen“ verbündet und verübe nun erfolgreich Anschläge gegen die alliierten Streitkräfte im Land, hieß es weiter. Ihr Ziel sei die Vertreibung der ausländischen Truppen und die Einsetzung einer neuen Regierung.

Karsai forderte in dem Interview mehr internationale Hilfe für sein Land, damit radikalen Kräften die Grundlage entzogen werde. Er plädierte für die Entsendung weiterer Friedenstruppen nach Kabul und in ländliche Regionen, die faktisch unter Kontrolle örtlicher Kriegsherren stünden. Erhalte Afghanistan nicht die Hilfe, die es für Aufbau und Sicherheit benötige, gebe es keine Stabilität im Lande, sagte der Präsident. „Instabilität in Afghanistan wird dem Rest der Welt erneut Schaden zufügen“, erklärte er in Anspielung auf die Anschläge vom 11. September 2001.

Die USA rief Karsai auf, Druck auf den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf auszuüben. Es müsse verhindert werden, dass islamische Extremisten aus Pakistan weiterhin die Taliban in Afghanistan unterstützten. Musharraf sei zwar gegen die El Kaida vorgegangen, setze sich jedoch nicht ausreichend gegen regionale und lokale Terroristen ein. Mitglieder der Taliban strömten zu Tausenden aus Pakistan nach Afghanistan, sagte Karsai weiter. In Pakistan benutzten radikale Geistliche ihre Koranschulen, um Studenten für den Kampf gegen die afghanische Regierung zu gewinnen.

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