Bindung zum Dollar soll bleiben
China will Landeswährung nicht frei schwanken lassen

Die Volksrepublik China will dem wachsenden Druck der USA und ihrer Verbündeten standhalten und ihre Währung nicht frei schwanken lassen. Anlässlich des Besuchs von US-Finanzminister John Snow bekräftigte die Regierung in Peking am Dienstag ihre Wechselkurspolitik, die auf einer enge Anbindung des Yuan an die US-Währung beruht.

Reuters PEKING. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schloss sich der Forderung der USA und Japans an, China sollte sein Wechselkurssystem flexibler gestalten. In den USA wird der Verlust von Mill. Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe vor allem auf die Konkurrenz aus China zurückgeführt, die durch den künstlich niedrigen Wechselkurs einen unfairen Wettbewerbsvorteil habe. Chinas Wirtschaft wächst derzeit so stark wie keine andere auf der Welt.

Kurz nach dem Eintreffen von Snow in Peking erklärte der Sprecher das chinesischen Außenministeriums am Dienstag: „China wird die stabile Situation seines Wechselkurses weiterhin beibehalten.“ Dies entspreche der wirtschaftlichen Stabilität und Entwicklung Chinas sowie der ganzen Region und der Weltwirtschaft. Entsprechend der Entwicklung des Landes werde auch der Wechselkursmechanismus verbessert.

Snow hatte am Vortag mit seinem japanischen Kollegen Masajuro Shiokawa auch über den Yuan gesprochen. Die beiden Politiker waren sich einig, dass der Wert von Chinas Yuan vom Markt bestimmt werden sollte. Seit 1995 kostet ein Dollar um die 8,3 Yuan. „Wir waren uns einig, dass er floaten sollte“, fasste Shiokawa vor Journalisten das Ergebnis seines Gesprächs mit Snow zusammen. Snow sollte am Dienstag den Zentralbankgouverneur Zhou Xiaochuan und Finanzminister Jin Renqing treffen.

Auch IWF-Direktor Horst Köhler forderte China zu mehr Flexibilität beim Wechselkurs auf: „Der IWF ist schon seit geraumer Zeit der Ansicht, dass es im besten Interesse Chinas wäre, schrittweise ein flexibleres Wechselkurssystem zu schaffen.“ Damit könnte die Zentralbank des Landes ihre Kontrolle über die Geldmenge verbessern und zudem die Wirtschaft besser von inländischen und ausländischen Schocks bewahren. Wegen des schnellen Geldmengenwachstums ist in China das Inflationsrisiko relativ hoch.

China fürchtet bei einer Freigabe des Wechselkurses eine Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar, was die Exporte belasten würde. Der Handelsüberschuss Chinas mit den USA beläuft sich auf 103 Mrd. Dollar. In der staatlichen Zeitung „China Daily“ hieß es am Dienstag, China mache den Wert des Yuan nicht von den US- Präsidentenwahlen 2004 abhängig. Seit dem Amtsantritt von George W. Bush im Januar 2001 hat das verarbeitende Gewerbe der USA rund 2,5 Mill. Arbeitsplätze abgebaut. Die oppositionellen Demokraten werfen der Regierung Bush vor, sie habe die US- Wirtschaft nicht geschützt.

Die US-Industrie wirft auch Japan vor, durch Interventionen den Wert seiner Währung niedrig zu halten, um die einheimische Exportindustrie zu unterstützen. Nach offiziellen Angaben haben Snow und Japans Finanzminister Shiokawa nicht über die japanischen Interventionen gesprochen. In Zeitungsberichten wurde dies aber bezweifelt. Snow wird am Mittwoch in Thailand zu einem Treffen der asiatisch-pazifischen Finanzminister erwartet. Auch dabei dürfte der Yuan im Mittelpunkt stehen.

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