Biographie
Das Leben des Liu Xiaobo

Als Menschenrechtler ist Liu Xiabo, der vergangene Woche den Friedensnobelpreis erhielt, auch in Deutschland bekannt. Doch über sein literarisches und essayistisches Werk und auch sein Leben gibt es kaum Informationen. Das ändert sich mit seiner vergangene Woche erschienenen Biographie.
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DÜSSELDORF. Nur sein Foto und ein leerer Stuhl sind in Oslo zu sehen, er selbst sitzt im Gefängnis und verbüßt eine elfjährige Haftstrafe wegen „Anstiftung zum Umsturz“. Als Menschenrechtler und Mitinitiator der „Charta 08“ ist Liu Xiabo, der vergangene Woche den Friedensnobelpreis erhielt, auch in Deutschland bekannt, doch über sein literarisches und essayistisches Werk und auch sein Leben gibt es kaum Informationen. Sein früherer Freund und Weggefährte Bei Ling, seit Jahren in den USA, hat eine Biografie geschrieben, die vergangene Woche erschien. Er schildert den Weg des 1955 in der Provinz Jilin geborenen promovierten Philologen von den Zeiten der Kulturrevolution mit Landverschickung über den wissenschaftlichen Erfolg bis zu ersten Auslandsreisen nach Norwegen und in die USA und der dreimaligen Verhaftung plus „Umerziehung“.

Die spannenden Kapitel über den Studentenaufstand auf dem Platz des Himmlischen Friedens – Liu Xiaobo wurde am 6. Juni 1989 zum ersten Mal verhaftet – lassen über andere Passagen hinwegsehen, in denen Bei Ling seitenlang Gedankenprotokolle zitiert. „Liu Xiaobo ist ein Gefangener des Staates. Indem ihn die Welt kennenlernt und seine Karriere als Andersdenkender begreift, seine Leiden und seine geistige Entwicklung erkennt, wird sie auch das heutige China begreifen“, schreibt Bei Ling im Vorwort.


Bibliographie: Bei Ling – Der Freiheit geopfert. Die Biographie des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo. Riva, München 2010, 364 Seiten, 19,95 Euro.

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