Birma
Militärjunta lässt weitere Mönche frei

Nach dem gewaltsamen Vorgehen der birmanischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten hat die Militärjunta am Samstag die Freilassung weiterer Mönche bekanntgegeben. Unterdessen ringt der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weiter um eine Reaktion auf die blutige Niederschlagung friedlicher Proteste in Birma.

HB RANGUN. Nach offiziellen Angaben wurden 404 von 513 Mönchen, die Ende September nach den friedlichen Demonstrationen festgenommen wurden, wieder auf freien Fuß gesetzt. Insgesamt seien in der Metropole Rangun 18 Klöster durchsucht worden, hieß es. Die Gesamtzahl der Festgenommenen gab das Regime mit 2093 an.

Die Zahl widerspricht Angaben des UN-Sondergesandten Ibrahim Gambari. Dieser hatte am Vortag nach seiner Rückkehr aus Birma erklärt, die Regierung habe ihm mitgeteilt, dass bis zum Freitag 2095 bei den Demonstrationen verhaftete Menschen wieder freigelassen worden seien, darunter 728 Mönche, sagte Gambari in New York.

Bei der brutalen Niederschlagung der von Mönchen angeführten Proteste in Birma sind nach offiziellen Angaben zehn Menschen getötet worden. Dissidenten in Rangun schätzen die Zahl der Toten dagegen auf rund 200.

Der britische Premierminister Gordon Brown hat eine Million Pfund (rund 1,5 Millionen Euro) für humanitäre Hilfe in Birma angekündigt. Bei einem Treffen mit Aktivisten und Mönchen am Samstag in der Londoner Downing Street versprach er zudem, mehr Druck für einen Wandel und Demokratie in dem asiatischen Land auszuüben. Die Verletzung der Menschenrechte in Birma müsse ein Ende haben, sagte Brown. Gleichzeitig versammelten sich in der britischen Hauptstadt tausende Demonstranten, darunter auch Mönche, zu einem Marsch durch die Innenstadt. Der Protest ist Teil einer weltweiten Aktion.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ringt indes weiter um eine Reaktion auf die blutige Niederschlagung friedlicher Proteste in Birma. Während die USA „ernsthafte Maßnahmen“ bis hin zu Sanktionen verlangen, will China eine Verurteilung der herrschenden Militärjunta vermeiden. In einer fast vierstündigen Debatte verständigte sich das höchste UN-Gremium am Freitag in New York zunächst darauf, eine gemeinsame Erklärung zu erarbeiten. Der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari kündigte nach der Sitzung eine weitere Reise nach Rangun noch vor Mitte November an.

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