Birma: Wahlsieger hoffen auf eine neue Ära

Birma
Wahlsieger hoffen auf eine neue Ära

Die Opposition in Birma jubelt. Nach ihrem Erfolg bei den Nachwahlen hoffen nun viele, dass sich die Lage in dem verarmten Land rasch bessert. Die Erwartungen an Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi sind immens hoch.
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RangunBirmas Oppositionspartei Nationalliga für Demokratie (NLD) hat bei den Nachwahlen zum Parlament offenbar die kühnsten Erwartungen übertroffen. Nach NLD-Angaben sicherte sie sich mindestens 43 der 45 Sitze. „Das ist ein Triumph des Volkes“, sagte die Parteigründerin, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, am Montag vor Hunderten Anhängern vor der Parteizentrale in Rangun. „Wir hoffen, dass damit eine neue Ära beginnt, in der die Menschen aktiv an der Politik des Landes teilhaben.“ Sie selbst gewann in ihrem Wahlkreis nach Parteiangaben mit 90 Prozent der Stimmen.

Die NLD hatte 44 Kandidaten am Start. Einer war vorher disqualifiziert worden. Auch der 44. Sitz gehe wahrscheinlich an die NLD, sagte der stellvertretende Parteichef Kyi Toe. Die NLD gewann nach diesem Angaben auch den Sitz von Präsident Thein Sein in der Retortenhauptstadt Naypyidaw. Dort wohnen praktisch nur Regierungsangestellte. Offizielle Wahlergebnisse der Wahlkommission wurden erst in einigen Tagen erwartet. Die Stimmenauszählung fand öffentlich unter Beteiligung der teilnehmenden Parteien statt.

Birma war fast 50 Jahre eine Militärdiktatur, ehe die Junta im November 2010 unter strikten Auflagen wählen ließ. Die NLD boykottierte den umstrittenen Wahlgang. Suu Kyi wurde erst nach den Wahlen aus mehr als 15 Jahren Hausarrest entlassen. Die Nachwahlen wurden nötig, weil 48 Parlamentarier in Regierungsämter berufen wurden und ihre Mandate niederlegen mussten. In drei Wahlkreisen wurde die Abstimmung wegen Sicherheitsbedenken verschoben.

Die NLD bleibt trotz ihres Erfolgs eine verschwindend kleine Oppositionspartei. Den Großteil der 1160 Sitze in den beiden nationalen Parlamentskammern und den Regionalparlamenten kontrollieren weiter das Militär und die ihm nahestehende Partei USDP.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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