Bis auf weiteres

Hellas-Bonds keine Garantie mehr für EZB

Bis der Troika-Bericht vorliegt, will die EZB keine griechischen Staatsanleihen mehr als Garantien akzeptieren. Für die Banken des Krisenstaates bedeutet das: Sie hängen bis auf weiteres am Tropf ihrer eigenen Notenbank.
Update: 20.07.2012 - 20:14 Uhr 13 Kommentare
Griechische Banken hängen bis auf weiteres nur noch an der Notenbank in Athen. Quelle: Reuters

Griechische Banken hängen bis auf weiteres nur noch an der Notenbank in Athen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/AthenDie Europäische Zentralbank erhöht den Druck auf Griechenland. Ab kommenden Mittwoch werde die EZB vorerst keine Staatsanleihen des Landes mehr als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften akzeptieren, teilte die Notenbank am Freitag in Frankfurt mit.

Über die Wiederzulassung der Papiere werde erst nach dem nächsten Bericht der Troika über den Stand der Reformen in dem besonders gebeutelten Euro-Land entschieden. Bis dahin könne jedoch die griechische Notenbank den Refinanzierungsbedarf der Institute des Landes über die bestehende Notfallkreditlinie bestreiten, hieß es weiter.

Hintergrund des Schritts der EZB ist, dass am 24. Juli eine Garantie für die von der EZB gehaltenen Hellas-Bonds ausläuft. Ende Februar hatten die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder damals vor dem unter der Beteiligung privater Investoren vollzogenen Schuldenschnitt in Griechenland eine Vereinbarung mit der EZB getroffen. Diese Garantie über 35 Milliarden Euro sollte die EZB vor Verlusten im Falle einer Staatspleite abschirmen.

Mit dem Schritt der EZB hängen die griechischen Banken nun ab Mitte kommender Woche bis auf weiteres vollständig am Tropf ihrer eigenen Notenbank in Athen. Nach Daten des Eurosystems refinanzierten die Banken Griechenlands sich per Ende Juni in einem Umfang von 62 Milliarden Euro über Notkredite ihrer Zentralbank und im Volumen von 74 Milliarden Euro direkt bei der EZB.

Parallel zur Blockade der Anleihen ließ die EZB am Freitag zusätzliche Kreditforderungen griechischer Banken als Sicherheiten zu, ebenso erweiterte sie den entsprechenden Sicherheitenrahmen für Zypern, Portugal und Italien.

Unterdessen gab das griechische Finanzministerium an, man habe die eigenen Sparziele in der ersten Jahreshälfte erfüllt. Das Defizit in den Monaten Januar bis Juni habe 12,5 Milliarden Euro betragen und damit deutlich unter dem angestrebten Wert von 14,9 Milliarden Euro gelegen, hieß es in einer Mitteilung. Das Primärdefizit - abzüglich fälliger Zinszahlungen - lag den Angaben zufolge bei 3,3 Milliarden Euro und damit ebenfalls unter dem Ziel von 5,3 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr 2012 will Griechenland sein Haushaltsdefizit auf 7,3 Prozent reduzieren, nach 9,2 Prozent im Vorjahr. 2009 hatte das griechische Defizit einen Rekordwert von 15,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht.

  • afp
  • rtr
  • dapd
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13 Kommentare zu "Bis auf weiteres: EZB nimmt Hellas-Bonds nicht mehr als Garantie"

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  • GR wird mitgeschleift werden, koste es was es wolle.
    Denn in der Politik gilt das Primat der Idiotie.

    Wann klagt endlich jemand gegen die EZB vorm BVerfG?
    Den ESM werden sie eh mit ein paar Alibi "Leitplanken" durchwinken: "Bis hier hin, aber nicht weiter".

    Immerhin wissen wir dann, dieser Staat ist keine Demokratie, denn die Staatsgewalt geht erwiesenermassen NICHT vom Volk aus (Artikels 20 GG Absatz 2).

  • Nenee, da geht noch was. So schnell geben die Eurofanatiker nicht auf. Es besteht die Gefahr, dass sich die Erde weiterdreht, wenn GR nicht mehr in der Euro-Zone ist. Damit wären dann auch andere zum Abschuss frei, und der Euro tot.

    Das werden Merkel und Schäuble nicht zulassen. Da wird noch ein Sonderschirmchen gebastelt. Was die anderen meinen ist egal, die beiden bekommen die Mehrheit ja immer.

  • Na gut - das ist Schritt 1.

    Schritt 2 ist die Beendigung der Zahlungen von IWF und EFSF.

    Schritt 3 ist die Untersagung der ELA der griechischen Notenbank durch das Direktorium der EZB mit 2/3 Mehrheit.

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    Und dann sind wir Griechenland endlich los.

    Die können zwar noch den Euro als Währung benutzen, wenn sie wollen.

    Aber Zugang zur Geldschöpfung der EZB und zu EFSF-Almosen haben sie nicht mehr.

  • Mit dem ELA-Programm können die Griechen weiterhin kräftig Geld gegen schlechte Sicherheiten schöpfen und ihr Leistungsbilanzdefizit zumindest teilweise finanzieren.
    Die negativen TARGET2-Salden werden weiter wachsen

    Hier wirds erklärt

    www.matthiaselbers.de

  • Ach nein. Wie denn nun? mit zwei Rettungspakete (240 Milliarden) und einem Schuldenschnitt von 100 Milliarden ist Griechenland noch immer nicht gerettet?

    Herr Schäuble, übernehmen Sie.

    Jetzt geh ich lieber volksverblödungs-TV gucken, sonst muss ich kotz..!

  • Das heißt, die griechische Notenbank in Athen wird jetzt Eurobanknoten ohne Ende drucken. Die Griechen tragen dann das Geld nach Deutschland und kaufen hier Immobilien. Der Geldumlauf in Deutschland erhöht sich dadurch. Das nennt man auch Inflation.

  • Was macht die EZB mit dem alten griechischen Schrott?

    Ich schlage vor, damit die Pensionen der klugen Politiker zu bezahlen, umgerechnet zu den "Ankaufkursen".

  • Der gnädigerweise in die Politik herabgestiegene Wirtschaftsweise Dr. Schäuble sagt, das ist richtig so.

    Ach nee, der ist ja Berufsschwätzer aka Jurist. So einer, der selten die Wahrheit sagt, aber immer so tut.

  • Na da sind die Griechen aber schwer beeindruckt, wenn die EZB klare Kante zeigt. Dann druckt die griechische Notenbank eben ELA-Geld das dann wieder den gemeinsamen Topf verwässert, kostet sie nur einen Wimpernschlag. Was für eine grandiose Fehlkonstruktion, dieser Kitt , der Europa zusammenschweissen sollte, names Euro

  • Allmählich ist genug Schmierenko9mödie. Welcher Zusammenhang ist zwischen dem Desaster in Griechenland und den derzeitigen EZB-Mitgliedern?! Will man in Brüssel seit Jahren nicht erkannt haben, dass dort kein Katasteramt existiert usw usf? Will man in Brüssel nicht erkannt haben,dass in Spanien seit 2001 die Immobilienblase sich aufbaut. Daß dort an jeder Ecke eine caja ist. Will man in Brüssel nicht erkannt haben,dass in Italien die Steuerämter nicht funktiieren und Sizielen seit 100 Jahren am Tropf hängt? Dieselben Leute in Brüssel sollen den Sumpf trocken legen und kontrollieren? Wer soll das glauben?

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