Bis Monatsende
Troika fordert von Athen weitere Reformschritte

Die Experten von EU, IWF und EZB stellen dem Sparprogramm der griechischen Regierung ein gutes Zeugnis aus. Vor der endgültigen Freigabe der nächsten Kreditrate bauen sie jedoch weitere Hürden auf.
  • 9

AthenDer erste Eindruck ist positiv - aber tatsächlich muss Griechenland weiter um die Auszahlung der dringend benötigten Hilfsgelder bangen. Die Inspekteure der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben zwar ihre Prüfung am Dienstag abgeschlossen, wollen ihren Bericht aber erst Ende des Monats vorlegen. Die sogenannte Troika will nur dann endgültig grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Kreditrate geben, wenn Athen bis Ende Oktober weitere Bedingungen erfüllt.

„Wir haben mit der Regierung vereinbart, dass sie in den nächsten Wochen einige zentrale Vorhaben umsetzen wird“, sagte Matthias Mors, EU-Delegationschef der Troika, in Athen dem Handelsblatt. Zu den Auflagen gehören neben der parlamentarischen Verabschiedung des Haushaltsentwurfs 2012 und der bereits vom Kabinett gebilligten neuen Sparmaßnahmen weitere Reformen des starren griechischen Tarifvertragsrechts, die zur Öffnung des Arbeitsmarktes beitragen sollen, und beschleunigte Privatisierungen.

„Wenn das geschehen ist, dann können wir empfehlen, die nächste Tranche auszuzahlen“, sagte Mors im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Entscheidung über die Freigabe der Gelder obliegt der Eurogruppe und dem IWF. „Wenn Griechenland die vereinbarten Maßnahmen umsetzt, könnte das Geld im Idealfall im November hier sein“, sagte Mors.

Damit wird es knapp für Griechenland. Finanzminister Evangelos Venizelos hatte erklärt, Griechenland habe nur noch bis Mitte November Geld, um Renten und Gehälter im Staatsdienst zu zahlen. Die ausstehende Kreditrate von acht Milliarden Euro, die aus dem 110-Milliarden-Rettungspaket kommt, das EU und IWF im Mai 2010 für Griechenland schnürten, sollte ursprünglich bereits im September ausgezahlt werden
„Konkrete, messbare Schritte“ erwartet die Troika jetzt bei den Privatisierungen. Die Regierung soll bis Ende Oktober „eine große Zahl von Vermögenswerten dem Privatisierungsfonds übertragen und Privatisierungsberater berufen“, sagte Mors. Wichtig sei, dass diese neu geschaffene Privatisierungsbehörde, eine Art griechische Treuhand, unabhängig von politischem Druck arbeiten könne, unterstrich die Troika in ihrer Erklärung.

Seite 1:

Troika fordert von Athen weitere Reformschritte

Seite 2:

Experte erwatet lange Durststrecke

Kommentare zu " Bis Monatsende: Troika fordert von Athen weitere Reformschritte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Dafür sind "Spitzenbeamte" doch da, oder? Mehr als eine Farce konnte man nicht erwarten.

  • Dummes Blabla, exakt. Dummes Blabla für dumme Leser unter der Dumm-Rubrik "Exklusiv". Prädikat: Gut zum Fische-Einwickeln (in Druckform). Pseudo-Bedingungen, Pseudo-Stress-Tests, Pseudo-Du-Du-Du. Beruhigungs-Pillen-Kasperletheater mit den Medien als Bühne. Im Osten hieß es "Prawda" und kam mit platter Progapanda einher. In den EUdSSR heißt es "Troika". Im Osten kam es als Wiederwahl-Differenz zwischen 98,2 und 99,3 Prozent einher. In den EUdSSR heißt es: Kursanstieg um 3 %. Kocht der Volkszorn hoch, werden dem Griechen plötzlich "Bedingungen" diktiert. Schaut das Volk dann, zufrieden über die Wirkung, "Dschungelcamp", stellen die EUdSSR Schecks aus. Zweifelt der Intellektuelle an Europa, fährt das HB mit Helmut Schmidt auf. Fazit: Nur dieses eine Forum hier trennt uns noch von der totalen Willkür und Diktatur der EUdSSR...

  • Lieber Gerd Höhler,

    "Der erste Eindruck ist positiv - aber tatsächlich muss Griechenland weiter um die Auszahlung der dringend benötigten Hilfsgelder bangen."

    Schreiben Sie es doch einfach, wie es ist und es die Spatzen wie auch viele Konkurrenzblätter schon von den Dächern pfeifen. Griechenland hat die Auflagen nicht erfüllt, ist mit den Reformen meilenweit hinterher und wird die Sparziele aller Voraussicht nach NIEMALS erfüllen können. Es wird teuer werden, egal wie das Problem gelöst wird; es wird ein Massenverarmungsprogramm für den Durchschnittsmichel der Zahlerstaaten. Das können sie auch gleich Helmut Schmidt mitteilen, er scheint das noch zu verdrängen.

    Freundliche Grüße

    Fritz, die Kartoffel

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%