Bis zu 400 Geiseln in südrussischer Stadt in der Gewalt von Terroristen
Terroristen drohen mit Sprengung der Schule

Am ersten Tag des neuen Schuljahres haben maskierte Terroristen im russischen Nordkaukasus am Mittwoch eine Schule überfallen und bis zu 250 Kinder, Eltern und Lehrer in ihre Gewalt gebracht. Die Angreifer erschossen einige der Geiseln. Die mit Sprengstoffgürteln und Granatwerfern bewaffneten Männer und Frauen forderten nach ersten Berichten den Abzug der russischen Armee aus Tschetschenien und die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis.

HB MOSKAU. Nach Behördenangaben wurden bei dem Überfall auf die Schule in der nordossetischen Stadt Beslan zwei Menschen getötet, zwei weitere Opfer starben später im Krankenhaus. Bei den Toten handelte es sich um Eltern und Lehrer. Ein Terrorist soll bei einem Schusswechsel mit Wachpersonal getötet worden sein. Stunden nach Beginn des Geiseldramas durfte eine Gruppe von 15 Kindern das Gebäude verlassen. Anderen Kindern gelang die Flucht. Für den Fall eines Polizeieinsatzes drohten die Terroristen Vergeltung an. „Für jeden getöteten Rebellen wollen sie 50 Kinder töten und für jeden Verletzten 20 Kinder“, sagte der Polizeichef von Nordossetien, Kasbek Dsantijew, nach Angaben der Nachrichtenagentur Itar-Tass. Viele der Geiseln seien Erst- und Zweitklässler.

Einsatzkräfte von Polizei und Inlandsgeheimdienst FSB riegelten die Schule in Beslan, 50 Kilometer westlich von Tschetschenien, weiträumig ab. Die Geiselnehmer forderten direkte Verhandlungen mit den Führern der Teilrepubliken Nordossetien und Inguschetien. Russische Sprecher dementierten später, dass die Terroristen die politische Forderung nach einem Truppenabzug erhoben hätten.

„Die Lage der Geiseln ist extrem angespannt“, teilte ein Sprecher des nordossetischen Präsidenten Alexander Dsasochow mit. In ersten Berichten vom Tatort war von bis zu 400 Geiseln die Rede, davon die Hälfte Kinder. Die genaue Zahl blieb im Tagesverlauf unklar. Die etwa 15 bis 25 Terroristen, unter ihnen auch Frauen, trieben ihre Opfer in der Turnhalle der Schule zusammen. Kinder wurden als lebende Schutzschilde in die Fenster gestellt, berichtete die Polizei. „Die ganze Schule ist vermint, überall sind Sprengfallen installiert“, sagte der russische Parlamentsabgeordnete Michail Markelow vor Ort.

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