Bisher 42 Palästinenser getötet
Gaza: Gewalt eskaliert weiter

Auch am vierten Tag der Operation „Herbstwolken“ setzt Israel die Militäraktion im Gazastreifen fort. Die israelische Armee flog bis zum Mittag mindestens 15 Angriffe gegen militante Gruppen, die Israel mit selbstgebauten Raketen beschießen. Die Zahl der Toten steigt weiter.

HB GAZA / NEW YORK. Am Samstag hätten Soldaten fünf Palästinenser getötet, darunter zwei ranghohe Milizenführer, hieß aus Polizeikreisen in Gaza. Die beiden Männer seien für die Produktion von Waffen zuständig gewesen. Die israelische Luftwaffe hatte am Vorabend eine Serie von Luftangriffen begonnen. Nach palästinensischen Angaben wurden bis zum Samstagmittag mindestens 15 Angriffe geflogen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief den UN-Sicherheitsrat zum sofortigen Eingreifen auf. Er forderte den Sicherheitsrat auf, die „israelische Aggression“ zu beenden. Das israelische Verhalten könne zu einer weiteren Destabilisierung der gesamten Nahostregion führen.Der palästinensische Beobachter bei den Vereinten Nationen, Rijad Mansur, erklärte, er habe Briefe an den Sicherheitsrat, UN-Generalsekretär Kofi Annan und den Präsidenten der Vollversammlung geschrieben. Darin habe er sie aufgefordert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Aggression zu beenden und Israel zu drängen, seine Truppen aus dem Gazastreifen abzuziehen, sagte Mansur. Die internationale Gemeinschaft müsse entschlossen handeln.

Annan zeigte sich besorgt angesichts der vielen Toten und forderte Israel zur Zurückhaltung auf. Anhaltende Gewalt erschwere die Suche nach einem gerechten und dauerhaften Frieden in der Region, erklärte er nach Angaben seines Sprechers Stephane Dujarric. Bei dem israelischen Militäreinsatz im Norden des Gazastreifens sind nach palästinensischen Angaben bisher 42 Menschen getötet worden. Mehr als 150 Palästinenser seien verletzt, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza am Samstag mit. Die israelische Armee geht verstärkt gegen militante Gruppen vor, die Israel mit selbstgebauten Raketen beschießen. Es ist bereits der vierte Tag der Operation „Herbstwolken“.

Bei einem israelischen Raketenangriff auf ein Auto im nördlichen Gazastreifen wurde am Samstagmorgen ein Raketenbauer der Hamas getötet. Zwei weitere Insassen, bei denen es sich ebenfalls um Aktivisten handelte, wurden nach Hamas-Angaben schwer verletzt. Drei Hamas-Kämpfer wurden nach palästinensischen Angaben bei weiteren Gefechten und Angriffen getötet. Beim Einsturz seines von einem Panzergeschoss getroffenen Hauses kam ein Zivilist ums Leben.

In der Nähe der Moschee von Beit Hanun, aus der israelische Truppen am Freitag Hamas-Kämpfer vertrieben hatten, zerstörten Planierraupen der Streitkräfte mehrere Häuser. Augenzeugen sagten, die Bewohner seien zuvor nicht gewarnt worden. Am Morgen gaben die Truppen über Lautsprecher Frauen die Erlaubnis, für zwei Stunden ihre Häuser zu verlassen, um notwendige Einkäufe zu erledigen. Die meisten Geschäfte waren laut Augenzeugenberichten aber geschlossen.

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