Bisheriger Kritiker
Republikaner Paul Ryan spricht sich für Trump aus

Bisher konnte sich Paul Ryan nicht dazu durchringen, Donald Trump zu unterstützen. Nun stellt sich der ranghohe Republikaner öffentlich an seine Seite. Harsche Kritik für Trump kam indes von der Konkurrentin.

WashingtonEiner der einflussreichsten parteiinternen Kritiker bei den US-Republikanern hat sich auf die Seite von Donald Trump geschlagen. Paul Ryan, Sprecher des US-Repräsentantenhauses und bisher auf Distanz zum mutmaßlichen Präsidentschaftskandidaten seiner Partei, sagte Trump jetzt seine Unterstützung zu.

„Ich bin zuversichtlich, dass er dazu beitragen wird, die Ideen unserer Agenda in Gesetze umzusetzen“, schrieb Ryan am Donnerstag in einer Kolumne für die Zeitung „The Gazette“, die in seiner Heimatstadt Janesville (Wisconsin) erscheint. „Deswegen werde ich ihn in diesem Herbst wählen.“

„Es ist kein Geheimnis, dass er und ich unsere Differenzen haben“, fuhr Ryan fort. Doch was die republikanische Agenda im Repräsentantenhaus angehe, etwa in der Steuerpolitik, gebe es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Es gelte die Partei zu einen. Dies müsse über gemeinsame Ideen passieren.

Indes gab es für Trump weitere Kritik aus dem demokratischen Lager: Hillary Clinton hält den New Yorker Milliardär für charakterlich ungeeignet, US-Präsident zu sein. In einer außenpolitischen Grundsatzrede griff die wahrscheinliche Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten ihren republikanischen Konkurrenten am Donnerstag ungewöhnlich scharf an.

Niemals dürfe Trump das Land oder das US-Militär führen oder die Befehlsgewalt über die Atomcodes erhalten, sagte Clinton am Donnerstag in San Diego. Trump sei auf diese Aufgabe gänzlich unvorbereitet. „Stellen wir uns doch einmal vor, Trump hätte nicht nur seinen Twitteraccount zur Verfügung, wenn er wütend wird, sondern das gesamte Waffenarsenal der USA“, sagte Clinton.

„Ich denke, dass die Person, die von den Republikanern nominiert wird, nicht geeignet ist, diesen Job zu übernehmen.“ Seine Bemerkungen zur atomaren Bewaffnung anderer Länder oder zum Einsatz von Folter offenbarten einen erheblichen Mangel an Wissen über die USA und die Welt, sagte Clinton.

„Ich kann Trumps bizarre Faszination für Diktatoren und starke Männer nicht verstehen“, sagte sie witer. „Ich überlasse seine Vorliebe für Tyrannen den Psychologen.“ Wenn Trump gewönne, würde der Kreml feiern.

Die USA müssten sehr eng mit ihren Alliierten kooperieren, sagte die ehemalige Außenministerin. Sie fügte hinzu, immer dann, wenn Amerika nicht führe, hinterlasse es ein Vakuum.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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