Bislang hatte Ministerium vermieden, Fehler in dem Bericht einzugestehen
USA korrigieren Zahlen zu Terror-Anschlägen

Der Ende April vom US-Außenministerium veröffentlichte Bericht über einen Rückgang der weltweiten Terror-Anschläge im Jahr 2003 ist falsch. Nach Angaben des Ministeriums vom Freitag gab es deutlich mehr Anschläge.

HB WASHINGTON. Dem für die Sammlung der Daten zuständigen Terrorist Threat Integration Center seien bei der Berechnung der Zahl der Anschläge sowie der Opfer Fehler unterlaufen, gab Ministeriumssprecher Richard Boucher in Washington bekannt. Außenminister Colin Powell kündigte eine Korrektur des Berichts an und verneinte, dass die Zahlen aus politischen Gründen absichtlich geschönt worden seien.

Das Zentrum war im vergangenen Jahr in Reaktion auf das Scheitern der Geheimdienste bei der Verhinderung der Anschläge vom 11. September 2001 gegründet worden. Für Präsident George W. Bush könnte sich die Nachricht negativ im Wahlkampf auswirken, da eine Zunahme der Anschläge die von ihm beanspruchten Erfolge im „Krieg gegen den Terror“ konterkariert.

In dem Bericht hatte es geheißen, 2003 sei die Zahl der weltweiten Terror-Anschläge auf 190 und damit auf den niedrigsten Stand seit 1969 zurückgegangen. Im Jahr 2002 hatte es 198 Anschläge gegeben. Außerdem war die Zahl der getöteten Anschlagsopfer auf 307 nach 725 im Vorjahr beziffert worden. Die Zahl der Anschläge dürfte nach Einschätzung des US-Außenministeriums allerdings höher gelegen haben. Dies gelte auch für die Zahl der Opfer, allerdings sei nicht sicher, ob diese den Wert von 2002 übersteige.

Den Mitarbeitern des Terrorist Threat Integration Center sei eine ganze Reihe von Fehlern unterlaufen, sagte Boucher. „Die Daten in dem Bericht sind unvollständig und in einigen Fällen nicht korrekt“, stellte er fest. „Wir haben die falschen Daten erhalten und sie nicht ausreichend geprüft“, sagte er. Powell sagte: „Ich bin darüber sehr beunruhigt, dass Fehler in dem Bericht waren.“

Bislang hatte das Ministerium vermieden, Fehler in dem Bericht einzugestehen. Zuletzt hatten Medienberichte aber den Druck auf die Behörde erhöht. Sobald revidierte Zahlen vorlägen, würden sie veröffentlicht, kündigte Boucher an.

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