Bislang keine offiziellen Vorschläge für neue Resolution
USA wollen Irak-Beratung im Weltsicherheitsrat

Der Weltsicherheitsrat wird sich auf Antrag der USA und Großbritannien voraussichtlich noch in dieser Woche mit der Lage im Irak befassen. Das teilte der im August amtierende Ratspräsident Mikhail Wehbe (Syrien) am Montag in New York mit. Das Datum stehe noch nicht genau fest, aber „es gibt Anzeichen dafür, dass sie (die Beratungen) bereits am Donnerstag oder Freitag stattfinden“, sagte Wehbe.

HB/dpa NEW YORK. Die amerikanisch-britische Initiative bestätigt nach Einschätzung von Diplomaten, dass sich die Koalitionsmächte im Irak um eine neue UN-Resolution bemühen, um anderen Staaten eine Beteiligung an der Friedenssicherung und dem Wiederaufbau des zerstörten Landes zu erleichtern.

Aus diplomatischen Kreisen verlautete, dass die USA vor gut einer Woche schon einmal ein Konzept für eine solche Resolution mit den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern besprochen, dieses dann aber wieder zurückgezogen hätten. Laut Wehbe haben Washington und London bisher keinen offiziellen Vorschlag für eine neue Irak- Resolution gemacht.

Die „Financial Times“ schrieb am Montag, die beiden Verbündeten suchten nach Wegen, um die militärische Last auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Erste Vorverhandlungen über eine solche Resolution könnten in wenigen Wochen beginnen, sagte der bisherige britische Sondergesandte John Sawers der Zeitung. „Wir erörtern intern und mit den Amerikanern das mögliche Für und Wider“, sagte er.

Erst in der vergangenen Woche hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan bei einer Pressekonferenz erklärt, dass ein klares UN-Mandat für den Einsatz der internationalen Gemeinschaft im Irak nach Überzeugung vieler UN-Mitglieder unabdingbar ist.

Die Regierungen Indiens, Pakistans und der Türkei hätten es viel einfacher, Truppen in den Irak zu schicken, wenn sie ihren Wählern erklären könnten, dass dies mit ausdrücklicher Billigung der Vereinten Nationen geschähe, sagte jetzt auch Sawers. Allerdings wollten London und Washington zunächst wissen, welche Forderungen Frankreich und Russland als ständige Mitglieder des Sicherheitsrates im Rahmen einer Irak-Resolution erheben wollen.

„Wir alle sind uns der Spannungen im UN-Sicherheitsrat bewusst, und sie sind noch nicht aus der Welt“, zitiert die Zeitung Sawers. In den USA und Großbritannien gebe es Sorgen darüber, dass Frankreich eine weit größere Rolle im Irak spielen wolle, als selbst vom UN- Generalsekretariat gewünscht, hieß es in der „Financial Times“.

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