Bislang nur leicht verletzte Deutsche Ägyptische Polizei meldet Festnahmen am Fließband

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Am Sonntagmorgen räumten Arbeiter an den Anschlagorten Schutt und Scherben weg. Auf dem „Alten Markt“, einem Einkaufszentrum für Touristen in Scharm el Scheich, klaffte ein etwa ein Meter tiefer Bombenkrater. Das teilweise eingestürzte Hotel Ghazala Gardens schirmten die Behörden mit einer Sichtsperre aus Planen ab. Dort war in der Nacht zum Samstag ein Selbstmordattentäter mit einem Auto in die Eingangshalle gerast.

Kritiker betrachten indes die Arbeit der Polizei in Ägypten mit Skepsis. Sie halten die gemeldeten 90 festnahmen lediglich für eine Machtdemonstration. Die Regierung möchte zeigen, dass sie die Lage unter Kontrolle hat. Die im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben sind nach Ansicht von Experten ebenfalls mit Zurückhaltung zu betrachten. Sie enthalten keine Einzelheiten über die Anschläge, die auf eine Verbindung zu den Tätern schließen lassen könnten.

Am Tag nach den Attentaten verbreiten sich Theorien über den möglichen Hintergrund unter Ägyptern und Touristen wie nach dem Schneeballsystem. Der Innenminister selbst hat eine Verbindung zu dem Anschlag vom vergangenen Oktober in Taba, ebenfalls auf der Sinai-Halbinsel, hergestellt. In diesen Tagen sollen sich die mutmaßlichen Drahtzieher vor Gericht verantworten. Die Attentäter hatten damals 34 Menschen mit in den Tod gerissen.

Ägypten hat in den vergangenen Jahren mehrere schwere Anschläge erlebt, jedes Mal hat die Tourismusindustrie darunter stark gelitten. Gemeinsam mit dem Suez-Kanal ist der Tourismus die wichtigste Einkommensquelle für das Land. Es ist völlig offen, ob die Anschläge in Scharm el Scheich auf das Konto einer internationalen Terrororganisation gehen oder ob der Terror hausgemacht ist.

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