Bislang schwerste Anschlagserie 2007
EU-Ratspräsidentschaft verurteilt Anschläge im Irak

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat sich bestürzt über die Anschlagserie im Irak geäußert. Die bisher schwersten Attentate in diesem Jahr wurde trotz erhöhter Sicherheitsmaßnahmen verübt – und nur Stunden nach einer Erklärung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki.

HB BERLIN. „Sie verurteilt die Anschläge auf das Schärfste und drückt den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus“, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin in der Nacht zum Donnerstag. Bei Anschlägen in Bagdad waren am Mittwoch mindestens 195 Menschen getötet worden, landesweit hatten mindestens 233 Menschen ihr Leben verloren.

Getroffen würden unschuldige Menschen, hieß es in der Erklärung der Ratspräsidentschaft. „Auf diese sinnlosen Morde kann die Zukunft des Irak nicht gebaut werden.“ Alle Gruppen seien aufgerufen, sich zu einer friedlichen Entwicklung des Landes zu bekennen. Die internationale Gemeinschaft sei verpflichtet, die irakische Demokratie mit allen Mitteln zu stärken. Voraussetzung seien jedoch Sicherheit und ein Gewaltverzicht aller Gruppen.

Es war die schlimmste Anschlagsserie in diesem Jahr. Die fünf mit Autobomben verübten Attentate ereigneten sich innerhalb kürzester Zeit in überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtvierteln. Nur Stunden zuvor hatte Ministerpräsident Nuri al-Maliki gesagt, seine Regierung werde bis Jahresende die vollständige Verantwortung für die Sicherheit des Landes übernehmen. Im Februar wurden tausende zusätzliche US-amerikanische und irakische Soldaten in Bagdad stationiert, um für mehr Sicherheit zu sorgen und ein Abgleiten des Landes in einen Bürgerkrieg zu verhindern.

Allein im Bagdader Al-Sadrija-Viertel starben durch eine Autobombe nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN 140 Iraker. Mehr als 150 weitere seien bei der Explosion in der Nähe eines Marktes verletzt worden, berichtete der Sender unter Berufung auf das irakische Innenministerium. Auf einem Platz, der an die Vorstadt Sadr-City grenzt, starben nach inoffiziellen Angaben 40 Menschen, als eine Autobombe detonierte, 45 wurden verletzt. Eine weitere Autobombe explodierte im Karrade-Viertel, wo mindestens zehn Menschen starben. Bei weiteren Anschlägen und Überfällen in Bagdad starben insgesamt mindestens fünf weitere Menschen.

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