International
Blair: Ich würde es wieder tun

Vehement verteidigte der in die Kritik geratene Premierminister beim Labour-Parteitag seine Irak-Politk.

HB BOURNEMOUTH. Der britische Premierminister Tony Blair würde sich nach eigenen Worten auch heute ungeachtet aller Kritik für einen Krieg gegen den Irak entscheiden.

Der unter starkem innenpolitischen Druck stehende Regierungschef räumte vor dem Labour-Parteitag in Bournemouth ein, dass seine Entscheidung für die Beteiligung an dem Einmarsch in dem Golfstaat viele seiner Anhänger verletzt, verärgert und enttäuscht habe. „Ich weiß, dass viele Leute fest davon überzeugt sind, dass unser Handeln falsch war“, sagte Blair weiter. „Ich bitte jedoch um eines: Greifen Sie meine Entscheidung an, aber verstehen Sie zumindest, warum ich sie so getroffen haben und warum ich sie wieder so treffen würde.“

Blair hatte seinen Kriegskurs vor allem mit der Gefahr begründet, die von Massenvernichtungswaffen in den Händen des irakischen Präsidenten Saddam Hussein ausgehe. Trotz intensiver Suche sind im Irak jedoch auch fünf Monate nach dem Ende der Hauptkampfhandlungen keine Waffen dieser Art gefunden worden.

Die Gefahr, die von Massenvernichtungswaffen ausgehe, sei „die Sicherheitsbedrohung des 21. Jahrhunderts“, bekräftigte Blair vor dem Parteitag. „Es war keine leichte Entscheidung. aber was immer wir von einander denken - lassen sie uns in diesem Punkt einig sein: Wir, die wir den Krieg begonnen haben, müssen den Frieden vollenden.“

Blairs Beliebtheit hat seit dem Sturz Husseins stark gelitten und er steckt in der größten Krise seiner zweiten Amtszeit. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge gehen 60 Prozent der Briten davon aus, das sie Blair über die Bedrohung durch den Irak angelogen hat.

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