Blait trifft sich mit führenden Moslems
Zahlreiche Festnahmen in Pakistan nach Londoner Anschlägen

Im Zusammenhang mit den Londoner Terroranschlägen sind in Pakistan 25 Verdächtige festgenommen worden. Sieben von ihnen hatten möglicherweise Verbindungen zu den mutmaßlichen Attentätern, wie die Polizei in Lahore am Dienstag mitteilte. Ägypten wies zugleich jegliche Terrorverwicklung eines in Kairo inhaftierten Chemikers zurück. Der britische Premierminister Tony Blair kam unterdessen am Dienstag mit führenden Moslems seines Landes zusammen, um über den gemeinsamen Kampf gegen islamistische Extremisten zu sprechen.

HB KAIRO/ISLAMABAD. Aus Polizeikreisen in Lahore verlautete, die sieben Festgenommenen gehörten zwei verbotenen extremistischen Gruppen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida an. Offiziellen Angaben zufolge sollen sie auf Verbindungen zu den Bombenattentätern überprüft werden.

Ein Sicherheitsvertreter der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab, in der die Razzia stattfand, sagte, er erwarte, dass auch die Befragung weiterer, vor einigen Tagen festgenommener Verdächtiger, Verbindungen zu den Attentätern von London belegen werden. „Wir verhören sie intensiv. Wir hoffen, dass wir bald zu einem positiven Ergebnis kommen“, sagte er. Bei einem am Montag in Lahore aufgegriffenen Mann sollen auch Sprengstoff und große Mengen Geld sichergestellt worden sein.

Die drei Tatverdächtigen pakistanischer Abstammung, die bei den Londoner Anschlägen vom 7. Juli selbst ums Leben kamen, hatten im vergangenen Jahr die Hafenstadt Karachi besucht. Dort könnten sie ihren „Mentor“ getroffen haben, hieß es. Mindestens einer von ihnen nahm auch an einem Religionsseminar in Lahore teil. Laut der Londoner „Times“ kennen pakistanische Behörden den Namen eines Briten, der möglicherweise als Drahtzieher hinter den Londoner Anschlägen steckt.

Das ägyptische Kabinett teilte indes am Dienstag mit, es habe Kenntnis von dem Bericht des Innenministeriums genommen, das geklärt habe, dass der 33-jährige weder eine Verbindung zu den Anschlägen noch zur Extremisten-Organisation Al-Kaida habe. Zudem zitierte die staatliche ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ einen hochrangigen britischen Sicherheitsvertreter mit den Worten, die Befragung in enger Kooperation mit britischen Behörden habe keine Hinweise darauf erbracht, dass Elnaschar bei den Anschlägen eine Rolle gespielt habe. Der Forscher selbst hatte eine Beteiligung stets bestritten. Bei den Explosionen im Londoner Nahverkehrssystem waren mindestens 56 Menschen getötet und hunderte verletzt worden.

Der Forscher von der Universität im britischen Leeds war vergangene Woche in Ägypten festgenommen und von den Behörden verhört worden, während die britische Polizei seine Wohnung in Nordengland durchsuchte. Elnaschar lebt in derselben Gegend in Großbritannien, aus der auch drei der mutmaßlichen Attentäter stammen. Nach eigenen Angaben hatte er Großbritannien vor den Anschlägen für einen sechswöchigen Urlaub in seiner Heimat verlassen und wollte auch wieder zurückkehren.

Die britische Polizei hatte vergangene Woche erklärt, sie rechne damit, bei ihren Ermittlungen auf Verbindungen zur Al-Kaida zu stoßen. Ägyptens Innenminister Habib al-Adli hatte indes schon zuvor betont, Elnaschar habe offensichtlich keine Verbindungen zu der Organisation gehabt. Experten hielten es zudem für unwahrscheinlich, dass ein Islamist ausgerechnet nach Ägypten flüchten würde - in ein arabisches Land, das seit Jahrzehnten hart gegen militante Islamisten vorgeht.

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