Blatter vor Wiederwahl trotz Fifa-Skandal
Er taumelt – aber er fällt wohl nicht

Die Uefa und die Verbände der USA, Kanadas und Australiens lassen ihn fallen, Politiker fordern seinen Rücktritt: Doch Joseph Blatter wird wohl Fifa-Boss bleiben und kündigt neben dem Skandal „schlechte Nachrichten“ an.
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Berlin/ZürichTrotz des größten Skandals in der Fifa-Geschichte darf Joseph Blatter mit der Wiederwahl als Präsident des Fußball-Weltverbands rechnen. Beim Kongress in Zürich am Freitag wäre alles andere als die Kür des 79 Jahre alten Schweizers in der Abstimmung gegen seinen Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien eine Sensation. Die Abstimmung über eine mögliche fünfte Amtszeit Blatters steht als 17. Punkt auf der Agenda des Treffens (9.30 Uhr) der 209 Fifa-Mitgliedsverbände und wird nicht vor 17 Uhr erwartet.

Doch der Gegenwind wird rauer: Die Verbände der USA, Kanadas und Australiens schlugen sich auf die Seite von Blatters Herausforderer Prinz Ali bin Al Hussein aus Jordanien. „Der US-Verband wird für Prinz Ali stimmen“, twitterte Sunil Gulati, Präsident des amerikanischen Fußballverbandes USSF, kurz vor der Wahl am Freitag.

„Ich denke, wir werden eine wesentlich knappere Wahl erleben, als die Leute vor einigen Wochen vorausgesagt haben“, meinte Gulati im Gespräch mit Journalisten.Beobachtern zufolge könnten mit diesem Schritt die Chancen der USA auf die erhoffte Ausrichtung einer weiteren WM sinken.

Auch der kanadische Verband CSA wandte sich von Blatter ab. „Wir haben uns nach einem Treffen für eine Wahl von Prinz Ali entschieden, da wir die derzeitige Führung der Fifa nicht unterstützen können", teilte CSA-Chef Victor Montagliani mit.

Noch überraschender kam das Umdenken aus Australien, wo sich der langjährige Blatter-Unterstützer Frank Lowy für einen Neuanfang aussprach. „Wir glauben, dass die Fifa so schnell wie möglich einen Wechsel braucht", wird der Verbands-Boss in einer offiziellen Mitteilung zitiert. Damit geht Australien in Opposition zu einem Großteil des asiatischen Kontinentalverbandes, der an Blatter festhält.

Blatter gilt dennoch aufgrund der Unterstützung aus Afrika und Asien weiter als klarer Favorit. Im ersten Wahlgang ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit unter den 209 stimmberechtigten Verbänden erforderlich, im zweiten eine Mehrheit von mehr als 50 Prozent.

Die Europäische Fußball-Union Uefa hatte am Donnerstag kurz vor der Kongresseröffnung einen zuvor erwogenen Boykott verworfen. Die meisten der insgesamt 53 Uefa-Delegierten wollen ihre Stimme für Al-Hussein abgeben, darunter auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Da zuletzt allerdings die Vertreter Afrikas (54) sowie die asiatische Konföderation (46) ihre Unterstützung für Blatter bekräftigt hatten und auch Ozeanien (11) wohl ebenfalls zu dessen Lager gehört, dürfte der Schweizer mehr als die nötigen 105 Stimmen auf sich versammeln.

Im Zuge von US-Ermittlungen waren am Mittwoch sieben ranghohe Fifa-Funktionäre von der Schweizer Polizei festgenommen worden, unter ihnen zwei Stellvertreter Blatters. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt zudem wegen Unregelmäßigkeiten bei den WM-Vergaben an Russland für das Jahr 2018 und Katar für 2022.

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  • An alle Verschwörungstheoretiker: der amerikanische Vorstoß gegen die FIFA ist gerechtfertigt und wohl kaum deshalb begonnen worden um Russland zu schaden. Das scheint mir ziemlicher Unsinn zu sein. Denn wenn Russland als Austragungsland fällt, fällt auch Quatar - und das sind Verbündete.
    Putin unterstützt Sepp Blatter weil Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit mit reichlich Dollars bei der Wahl nachgeholfen hat (wie übrigens die meisten Länder auch) und jetzt bangen muss, dass die ihnen Austragungsrechte entzogen (was nicht sehr wahrscheinlich ist) bzw. die Machenschaften bei der Vergabe in die Russland offensichtlich involviert war aufgedeckt werden. Dass dabei das probate Mittel der Verschwörungstheorie aus dem Zauberkasten geholt wird, wen wunderts. Machen wir doch auch so.

  • Ich glaube, man sollte hier nicht Verschwörungstheorien aufbauen: was auch immer der Grund der Amerikaner ist, das dieser Saustall FIFA ausgemistet wird ist richtig und sollte Russland bestochen haben müssen sie auch die Konsequenzen ziehen. Und Quatar dann aber auch.

  • Der verkalkte Blätter gehört öffentlich gehängt!

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