Blockade beendet
Pakistan öffnet Grenze wieder für Nato-Lieferungen

Nach elftägiger Blockade hat Pakistan den Grenzübergang Torkham für Nachschublieferungen an die Nato-Truppen in Afghanistan am Sonntag wieder geöffnet.
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dapd PESHAWAR. Die Behörden auf beiden Seiten der Grenze arbeiteten daran, eine zügige Wiederaufnahme des Grenzverkehrs zu ermöglichen. Der Grenzübergang Torkham war am 30. September geschlossen worden, nachdem bei einem Hubschrauberangriff der Nato zwei pakistanische Soldaten getötet worden waren. Die USA entschuldigten sich am Mittwoch für den Angriff.

Torkham ist der wichtigste Grenzübergang für die Versorgung der Nato-Truppen in Afghanistan. Dort warteten hunderte Lastwagen auf die Genehmigung zur Weiterfahrt. Die Verzögerungen bei der Abfertigung setzte die wartenden Lastwagen mehrfach Anschlägen von Aufständischen aus. Insgesamt wurden mehr als 150 Lastwagen zerstört, erst am Samstag wurde wieder ein Konvoi mit fast 30 Nato-Tanklastern angegriffen. Zu den Anschlägen auf die Nato-Fahrzeuge haben sich in der Vergangenheit die Taliban bekannt.

Neue Raketenangriffe

Bei zwei den USA zugeschriebenen Raketenangriffen kamen am Sonntag im Nordwesten Pakistans mindestens acht Menschen ums Leben. Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete, ein unbemanntes Flugzeug habe mutmaßliche Extremisten in einem Flüchtlingslager und in dessen Nähe angegriffen. Die Identität der Todesopfer wurde nicht bekannt. In der Region ist eine Rebellengruppe unter Führung von Hafiz Gul Bahadur aktiv, die Anschläge auf die ausländischen Truppen in Afghanistan verübt.

Bei dem ersten Angriff nahm die Drohne den Geheimdienstkreisen zufolge zwei Autos in dem Flüchtlingslager ins Visier. Die Fahrzeuge und ein nahe gelegenes Haus seien zerstört worden. Wenige Minuten später tötete eine Drohne demnach zwei Menschen am Ufer eines Flusses in der Nähe. Das Lager liegt in der Gegend Spin Wam, unweit von Mir Ali, wo in der vergangenen Woche deutsche Islamisten bei einem Drohnenangriff ums Leben kamen.

Der US-Geheimdienst hat in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf mutmaßliche Extremisten in Pakistan verstärkt. Im September schlugen die Drohnen der Amerikaner mindestens 21 Mal zu, fast doppelt so oft wie zuvor. Im Oktober gab es bereits zehn derartige Angriffe, die vom Sonntag eingeschlossen. Die USA geben die Luftangriffe zwar fast nie offen zu; doch hinter vor gehaltener Hand ist zu erfahren, dass auf diesem Wege mehrere Anführer der Taliban und der Al-Kaida getötet worden seien. Pakistan protestiert zwar offiziell gegen die Angriffe, Beobachter glauben aber, dass der pakistanische Geheimdienst die CIA heimlich unterstützt.

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