Blogger in China
„Wir können uns nirgendwo mehr verstecken“

China verstärkt seine Kontrollen im Internet. Bei einer Kampagne im vergangenen Jahr wurden Hunderte Blogger festgenommen. Nun ruft die Regierung zur nächsten Aktion. Blogger fühlen sich gejagt.
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PekingSoldaten und Polizisten dominieren Chinas Hauptstadt. Sicherheitsleute mit der Waffe im Anschlag patrouillieren seit Tagen an großen Kreuzungen von Peking. Kommende Woche ist der 25. Jahrestag des Massakers vom 4. Juni 1989. Die Sicherheitsbehörden haben zugleich ihre Kontrollen wegen des blutigen Anschlags mit 43 Toten in Chinas Unruheregion Xinjiang vergangene Woche verstärkt. Aber für die Führung in Peking wird der Kampf um Chinas Sicherheit nicht nur mit Soldaten und Gewehren ausgetragen, sondern auch im Internet.

In einer neuen Kampagne nehmen die Behörden die beliebten chinesischen Messenger-Apps von Smartphones ins Visier. Insgesamt sieben chinesische Kurztextdienste - vergleichbar mit Whatsapp - werden einen Monat nach Gerüchten, Terrorismus und Pornografie durchforstet. „Wir werden entschieden gegen die Infiltration von Kräften aus dem In- und Ausland kämpfen“, zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua aus einer Behördenmitteilung.

Bei chinesischen Bloggern weckt die Nachricht finstere Erinnerungen. Vergangenes Jahr hatte die chinesische Regierung eine Kampagne gegen Gerüchte auf den Mikroblogs Weibo gestartet. Es gab jedoch nie eine Definition, was genau als Gerücht gilt. Dann wurden auch Journalisten verhaftet, die online Korruption von Parteikadern angeprangert hatten, oder Bürger, die zu Protesten gegen Fabriken in ihrer Nachbarschaft aufriefen. Hunderte Blogger wurden festgenommen. Im April wurde der erste Blogger zu drei Jahren Haft verurteilt.

Viele Blogger flüchteten wegen der Kampagne von den Weibo zu den Kurztextdiensten für Smartphones. Branchenprimus Wechat der chinesischen Firma Tencent zählt 800 Millionen Nutzer, Tendenz stark steigend. Die Zahl der Nutzer von Weibo ging hingegen im vergangenen Jahr um 28 Millionen auf 281 Millionen Nutzer zurück, wie das halbstaatliche chinesische Internet-Netzwerkinformationszentrum CNNIC mitteilte.

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„Das Internet nutzlos für die Regierung“

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