Blutbad am Flughafen Kabul
Afghanischer Pilot tötet acht Nato-Soldaten

Ein afghanischer Pilot hat am Kabuler Flughafen acht Nato-Soldaten getötet. Der Tat soll ein Streit vorausgegangen sein. Ob es eine terroristische Motivation für den Angriff gibt, ist bislang noch nicht klar.
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KabulEin Pilot der afghanischen Luftwaffe hat auf dem militärischen Teil des Flughafens Kabul das Feuer auf Nato-Ausbilder eröffnet und mindestens acht ausländische Soldaten getötet. Außerdem sei ein ziviler Nato-Mitarbeiter bei dem Gefecht ums Leben gekommen, sagte die Sprecherin der Nato-Ausbildungsmission in Afghanistan (NTM-A), April Lapetoda. Das Verteidigungsministerium in der afghanischen Hauptstadt teilte mit, der Angreifer - ein erfahrener Militärpilot - sei bei dem Schusswechsel am Mittwoch ebenfalls getötet worden. Zwei afghanische Soldaten seien verletzt worden.

Angaben zur Nationalität der Opfer machte die Nato nicht. Der Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, bei sechs der Toten habe es sich um Amerikaner gehandelt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war dem Gefecht ein Streit zwischen dem afghanischen Luftwaffenoffizier und einem seiner ausländischen Kameraden im Hauptquartier der Luftwaffe vorausgegangen.

Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid widersprach aber den Angaben des Ministeriums, wonach es sich um einen Piloten gehandelt habe. Mudschahid sagte, der Angreifer sei ein Aufständischer namens Asisullah gewesen, der eine Militäruniform getragen habe. Er sei mit Hilfe eines Komplizen in der Armee auf den schwer gesicherten Flughafen gelangt. Angaben der Taliban sind unzuverlässig.

In den vergangenen Monaten haben Aufständische in Uniformen der afghanischen Sicherheitskräfte mehrfach Anschläge verübt. Im vergangenen Februar hatte ein afghanischer Soldat im Norden des Landes drei deutsche Soldaten erschossen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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