Blutige Anschläge in Bagdad und Mossul - US-Luftangriffe auf Falludscha
Anschlagsserie im Irak reißt nicht ab

Bei den Explosionen dreier Autobomben in Bagdad und Mossul starben mindestens 20 Menschen. US-Bomben auf Falludscha töteten zwölf Iraker. Unter den Opfern sind acht Kinder.

HB BAGDAD/FALLUDSCHA. Bei Autobombenanschlägen im Irak sind am Montag mindestens 20 Menschen getötet worden. Allein in der irakischen Hauptstadt Bagdad kamen Berichten zufolge bei zwei Explosionen binnen einer Stunde mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Im Süden der irakischen Stadt Mossul sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe einer Schule mit seinem Wagen in die Luft. Unter den sieben Toten sind auch zwei Kinder, teilte die Polizei mit.

Augenzeugen zufolge fuhr das Auto durch einen südlichen Stadtteil von Mossul, als es explodierte. „Zu diesem Zeitpunkt waren keine irakischen Polizisten oder US-Soldaten in der Umgebung, daher scheint es so, als wäre es vorzeitig hochgegangen“, sagte ein US-Soldat. Die Polizei teilte mit, neben den zwei Insassen des Autos und den beiden Kindern seien drei weitere Zivilisten durch die Detonation getötet worden.

Die erste Autobombe in Bagdad detonierte in einer belebten Geschäftsstraße im Zentrum der Hauptstadt. Der Anschlag richtete sich Augenzeugen zufolge gegen eine US-Patrouille, die vom Selbstmordattentäter jedoch offensichtlich verfehlt wurde. El Arabija sprach von einem toten Passanten und 22 Verletzten. Viele Geschäfte seien zerstört worden.

Die zweite Autobombe detonierte vor einem der Eingänge zur stark bewachten „Grünen Zone“. Dort haben die irakische Übergangsregierung sowie die US-amerikanische und die britische Botschaft ihren Sitz. Nach Krankenhausangaben starben zwölf Menschen, 80 wurden verletzt. US-Soldaten kamen nicht zu Schaden, erklärte das US-Militärkommando in Bagdad. Ein Auto war Augenzeugen zufolge auf die Zone zugerast. Die Bombe sei vor dem Eingang detoniert, wo mehrere Anwärter für eine Aufnahme in die irakischen Sicherheitskräfte gewartet hätten.

Bei der Bombardierung mutmaßlicher Terror-Stützpunkte in Falludscha durch die US-Armee starben insgesamt zwölf Menschen, 14 wurden laut Krankenhausangaben verletzt. Unter den Toten seien auch zwei Frauen und sechs Kinder. Zwei Häuser in der Aufständischen-Hochburg wurden in der Nacht zu Montag komplett zerstört, fünf weitere beschädigt.

Das US-Militärkommando in Bagdad sprach am Montagmorgen von „Präzisionsschlägen“, die sich gegen Stützpunkte des jordanischen Terrorplaners Abu Mussab el Sarkawi gerichtet hätten. In einem der getroffenen Gebäude hätten etwa 25 Sarkawi-Leute Waffen verladen. In dem anderen hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs Führer der Organisation getroffen, um Terroranschläge zu planen. „Jede dieser Aktionen entfernte ausländische Kämpfer von den Straßen Falludschas und stärkte die Sicherheit im Irak“, hieß es in einer Erklärung der Armee.

Eine Abordnung von Bürgern Falludschas und irakische Regierungsvertreter verständigten sich am Sonntagabend auf eine Waffenstillstandsvereinbarung. Demnach sollen die US-Truppen ihre Kontrollpunkte an den Eingängen der Stadt räumen und im Gegenzug die Widerstandskämpfer ihre schweren Waffen abziehen. Frühere Vereinbarungen dieser Art hatten aber wenig Wirkung gezeigt.

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