Blutige Auseinandersetzungen
100 000 Menschen in Osttimor auf der Flucht

Nach den tagelangen Ausschreitungen in Osttimor schwillt der Strom der Flüchtlinge weiter an. Hilfsorganisationen sprachen am Mittwoch von mindestens 100 000 Menschen.

HB DILI. Die Auseinandersetzungen in Dili dauerten unterdessen weiter an. Bewaffnete Banden zogen am Mittwoch durch mehrere Teile der Hauptstadt, die immer deutlicher Spuren der Verwüstung zeigt. In der Nähe des Flughafens gingen rivalisierende Gruppen von Jugendlichen mit Macheten aufeinander los. Immer wieder waren Schießereien zu hören.

Schätzungsweise 30 000 Bewohner hätten Dili wegen der Kämpfe bereits verlassen, sagte Kym Smithies, Sprecherin einer Gruppe von etwa 30 privaten Hilfsorganisationen. Weitere 70 000 Menschen lebten in Lagern in der Hauptstadt, nachdem sie aus ihren Häusern geflohen seien.

Auslöser der schwersten Unruhen seit der Unabhängigkeit im Jahr 2002 war die Entlassung von 600 Soldaten. Mindestens 27 Menschen kamen bisher ums Leben, am Mittwoch wurden mehrere Einwohner schwer verletzt. Unter dem Eindruck der Krise trafen auf Bitten der Regierung weitere Kontingente von ausländischen Truppen in Osttimor ein. Am Mittwoch landeten 160 Soldaten aus Neuseeland. Bereits Ende vergangener Woche kamen 2 000 australische Soldaten an. Bis Ende der Woche werden 120 Angehhörige einer paramilitärischen Einheit aus Portugal erwartet.

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