Blutige Gefechte
Massengrab im Südsudan entdeckt

Die brutalen Gefechte im Südsudan gehen unvermindert weiter. UN-Mitarbeiter haben jetzt in der Nähe der Stadt Bentiu Dutzende von Leichen entdeckt. Sie waren vermutlich Mitglieder der Regierungspartei.
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NairobiDas Ausmaß der blutigen Kämpfe zwischen den verfeindeten Volksgruppen im Südsudan wird immer offensichtlicher. In der umkämpften Stadt Bentiu in der Provinz Unity entdeckten Mitarbeiter der Vereinten Nationen ein Massengrab, wie eine Sprecherin der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte am Dienstag sagte.

In dem Grab wurden demnach 14 Leichen gefunden, 20 weitere lagen an einem nahe gelegenen Fluss. Sie gehörten den Angaben zufolge alle der Volksgruppe der Dinka an und waren Mitglieder der Volksbefreiungsarmee, der früheren sudanesischen Rebellentruppe und jetzigen südsudanesischen Regierungspartei.

Hintergrund der vor zehn Tagen ausgebrochenen Gefechte im Südsudan ist die Eskalation des Machtkampfs zwischen Präsident Salva Kiir - ebenfalls ein Dinka - und seinem im Juli abgesetzten Stellvertreter Rieck Machar, der der Volksgruppe der Nuer angehört.

Wer für die Tötung der Dinka in dem Massengrab verantwortlich ist, sei unklar, sagte UN-Hochkommissarin Navi Pillay. Mitarbeiter der Vereinten Nationen ermittelten in dem Fall. Ihnen lägen Berichte von rund 40 weiteren vermissten Menschen in Bentiu vor, die möglicherweise auch tot seien, sagte Pillays Sprecherin. Zudem gebe es unbestätigte Berichte über zwei weitere Massengräber in Juba.

Iformationsminister Michael Makuei Lueth erklärte, die Regierungstruppen hätten nichts mit dem Massengrab in Bentiu zu tun. „Bentiu ist unter der Kontrolle des Rebellenführers Riek Machar. Wir haben also mit dieser Gegend nichts zu tun.“

Die Regierungstruppen kündigten aber an, die Rebellen aus ihren Hochburgen zu vertreiben. Zunächst wolle man Bor, eine weitere von den abtrünnigen Soldaten gehaltene Provinzhauptstadt, erobern und anschließend nach Bentiu marschieren, sagte Militärsprecher Philip Aguer. In Bor hätten sich allerdings Bewaffnete in einem UN-Lager mit 17 000 Flüchtlingen verschanzt, was den Kampf erschwere.

Die USA und Äthiopien versuchen, in dem Konflikt zu vermitteln. Auch Großbritannien entsandte mit Simon Gass einen hochrangigen Diplomaten, wie das Außenministerium in London am Dienstag mitteilte. Präsident Kiir und Machar sollen sich zu einem Treffen bereit erklärt haben, verlautet aus diplomatischen Kreisen. Weitere Details wurden nicht genannt.

Angesichts der anhaltenden Gewalt im Südsudan will UN-Generalsekretär Ban Ki Moon 5500 zusätzliche Blauhelmsoldaten und Polizisten in das Land schicken. Die Truppen sollen aus UN-Missionen in Kongo, Darfur, Abyei, der Elfenbeinküste und Liberia abgezogen und zur 7000 Mann starken Südsudan-Friedensmission stoßen, wie aus einem Brief Bans an den UN-Sicherheitsrat hervorgeht.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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