Blutige Kämpfe
Dutzende Tote in Afghanistan

Bei Gefechten im Südwesten Afghanistans sind 40 Menschen getötet worden: Ein Ex-Militärkommandeur und Zivilisten. Eine Delegation des UN-Sicherheitsrats ist nach Kabul gereist.

HB BERLIN. Unmittelbar vor dem Besuch einer ranghohen UN-Delegation in Afghanistan haben blutige Gefechte mit mehr als 40 Todesopfern den Südwesten des Landes erschüttert. Die Kämpfe begannen am Freitag in der Provinz Helmand.Dem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Bachtar zufolge wurden die Kämpfe dadurch ausgelöst, dass die Polizei den Konvoi eines früheren Militärkommandeurs kontrollieren wollte. Der Ex-Militär Hadschi Idris habe mit bewaffneten Gefolgsleuten die Stadt Gereschk aufsuchen wollen und sich einer Kontrolle der Sicherheitskräfte am Eingang der Ortschaft widersetzt.

Bei einem anschließenden Gefecht seien Idris und drei seiner Leibwächter getötet worden, sagte der Sicherheitschef von Helmand, Amanullah Chan. Anhänger von Idris hätten daraufhin die Stadt mit Raketen beschossen. Die Mehrzahl der Opfer seien Zivilisten, die von den Geschossen tödlich getroffen worden seien. Nach dem Einrücken von US-Truppen am Abend seien die Kämpfe zum Erliegen gekommen.

Unter Leitung des deutschen UN-Botschafters Gunter Pleuger reisten unterdessen Vertreter des UN-Sicherheitsrats nach Kabul, um sich vor Ort über die Sicherheitslage zu informieren. Der Kommandeur des deutschen ISAF-Einsatzkontingents im nordafghanischen Kundus zog eine Woche nach der Stationierung des Vorauskommandos eine erste positive Bilanz. Die UN-Delegation will auch nach Herat sowie nach Masar-i-Scharif reisen, um dort mit den beiden rivalisierenden Milizenchefs, Abdul Raschid Dostum und Atta Mohammed, zu sprechen. Aus Sicherheitsgründen verzichtete die Delegation auf den geplanten Besuch in der südafghanischen Stadt Kandahar.

Es ist das erste Mal, dass der UN-Sicherheitsrat eine hochrangig besetzte Abordnung in das kriegszerstörte Land schickt. Mit dem Besuch wolle der Sicherheitsrat der Bevölkerung demonstrieren, dass er sich weiter für den Frieden und den Wiederaufbau des Landes engagieren werde, sagte Pleuger am Freitag vor der Abreise nach Kabul. US-Präsident George W. Bush hat die Europäische Union unterdessen zu mehr finanzieller Unterstützung für Afghanistan aufgefordert. Die finanziellen Hilfen müssten nicht nur erhöht, sondern auch beschleunigt werden. Im März hatte die EU einem Hilfspaket in Höhe von 400 Millionen Euro für Afghanisten bis Ende 2004 zugestimmt.

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