BND-Bericht
IS-Terrormiliz kontrolliert kaum noch Ölfelder

Nach Erkenntnissen des BND befindet sich im Irak nur noch ein Ölfeld unter Kontrolle der IS-Terroristen. Der Miliz geht damit eine wichtige Einnahmequelle mehr und mehr verloren.
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BerlinDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes eine ihrer wichtigsten Einkommensquellen verloren. Nach den jüngsten militärischen Niederlagen kontrolliere der IS praktisch nur noch ein Ölfeld im Irak, berichteten „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag), NDR und WDR unter Berufung auf einen BND-Sonderbericht für die Bundesregierung.

Das seien gerade noch fünf Prozent der einmal vom IS im Irak kontrollierten Menge. Die schlecht gewarteten syrischen Ölfelder könnten den Verlust nicht ersetzen. Der IS habe deshalb kaum noch genug Öl für die Eigenversorgung.

Hintergrund dieser dramatischen Lageveränderung seien militärische Vorstöße der kurdischen Peschmerga im Norden und der irakischen Streitkräfte im Raum Tikrit. Mindestens drei große Ölfelder soll der IS dadurch verloren haben. Zwei von ihnen, die nordöstlich von Tikrit gelegenen Felder Himrin und Ajil, sollen die Terroristen zuvor in Brand gesetzt haben.

Fördereinrichtungen wurden demnach gesprengt, Satellitenbilder sollen im vergangenen Monat zahlreiche Brände gezeigt haben. Nach Einschätzung des BND beweise dies, dass der IS selbst nicht an eine schnelle Rückeroberung glaube.

Der IS gilt als eine der reichsten Terrororganisation aller Zeiten, die sich durch Steuern, Erpressung, Kunstraub, Entführungen und Ölschmuggel weitgehend selbst finanziert. Das Auswärtige Amt beziffere den „Kapitalstock“ in seiner Antwort auf eine Bundestagsanfrage der Linken auf „ein bis zwei Milliarden Dollar“, berichteten „Süddeutsche“, NDR und WDR.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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