BND-Chef Schindler „Schwarzgeld in Zypern gibt uns zu denken“

Mehreren Milliarden Dollar aus Russland liegen bei zyprischen Banken, höher als das Bruttosozialprodukt der Insel. Nach Angaben von BND-Chef Gerhard Schindler ist ein Großteil davon Schwarzgeld.
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Filiale der Bank of Cyprus bei Nacht: Milliarden an Schwarzgeld fließen aus Russland auf die Insel. Quelle: ap

Filiale der Bank of Cyprus bei Nacht: Milliarden an Schwarzgeld fließen aus Russland auf die Insel.

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BerlinDer Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, hat in einer vertraulichen Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Bundestags auf die hohen Schwarzgeldsummen aus Russland bei zyprischen Banken hingewiesen. Laut Protokoll der Sitzung, das in einem ersten Entwurf dem Handelsblatt vorliegt, hat der BND nicht an Einzelfällen gearbeitet, sondern „systematische Faktoren“ über in Zypern angelegtes russischen Geld aus Geldwäsche und Schwarzgeld zusammengestellt. Diese Faktoren, so Schindler vor den Bundestagsabgeordneten, „geben uns zu denken“.

So seien etwas 40 Prozent der Nettogeldabflüsse aus Russland Schwarzgeld oder „aus Geldwäsche entstanden“. Insgesamt seien aus Russland 2012 rund 40 Milliarden Dollar abgeflossen, davon ein großer Teil nach Zypern. Nach Informationen des BND liegen 26 Milliarden Dollar auf zyprischen Banken. Dieser Betrag „ist höher als das Bruttosozialprodukt von Zypern insgesamt“. Dies sei zwar, so der BND-Chef, nicht alles Schwarzgeld, aber ein bestimmter Prozentsatz davon „muss dem Schwarzgeld zuzurechnen sein“.

Bei den allgemeinen Anteilen von Schwarzgeld an russischen Abflüssen dürften demnach, so sagte ein Abgeordneter des Ausschusses dem Handelsblatt, „wohl rund 40 Prozent“ der russischen Einlagen auf Zypern Schwarzgeld sein. Wie der BND-Chef gegenüber dem Ausschuss feststellte, hätten die russischen Behörden selbst „ein Interesse an dieses Geld heranzukommen“.

Zugleich wies Schindler dem Ausschuss-Protokoll zufolge auf die Rückflüsse von Geld aus Zypern nach Russland hin. Nach Erkenntnissen des BND seien 2011 13,6 Milliarden Dollar „aus Zypern nach Russland“
zurückgeflossen. Damit sei Zypern weltweit „der größte Geldinvestor in Russland“. Das werde wohl, so Schindler, „seine Gründe“ haben. Er wies auf die einfachen Möglichkeiten hin, um als großer ausländischer Geldgeber die zyprische Staatsangehörigkeit zu erwerben. Dies könne man dort mit einem „Vermögen von 10 Millionen Dollar oder einem Immobilienbesitz von ein Million Dollar“. Schindlers Fazit: „Für russische Oligarchen ist Zypern also ein interessanter Standort.“

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15 Kommentare zu "BND-Chef Schindler: „Russisches Schwarzgeld in Zypern gibt uns zu denken“"

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  • Wenn man so schlau war sein Leban lang hart zu arbeiten, damit man an Verbrecher Steuern und Zinsen zahlen kann und dann auch noch sein Vermögen für jede Verbrecherregierung zugänglich lässt, muss man halt später um so mehr "Lehrgeld" bezahlen!

    Dann hat man versäumt sich in seinem Leben die richtigen Fragen zu stellen:
    1: Wieso muss man überhaupt Steuern zahlen?
    2: Wieso muss man über Steuern Zinsen zahlen?

    Antwort: Alle westlichen Staaten sind privatisiert und deren Regierungen sind Verwaltungsversalien der Finanzelite!
    Ein souveräner Staat könnte sein eigenes Geld drucken und über die staatseigene ZB regulieren lassen!

    Es wird Zeit alle Banker dem Scharfsrichter vorzuführen und die Macht dem Volk wieder zurückzugeben!

  • Weiss eigentlich jemand, wie das mit dem Einlagenschutz genau funktioniert? Ist jede Einlage bei jeder Bank bis 100.000 geschützt, oder ist jeder Anleger mit der Gesamtheit seiner Einlagen bis max. 100.000 geschützt? Oder anders gefragt: erhöht man den Schutz, wenn man seine Einlagen auf verschiedene Banken verteilt?

  • Plumpes Ablenkungsmanöver und unsere Medien übernehmen ohne jegliche Recherche jeden Müll um Nachrichten zu `produzieren`.

  • Also in den DWN ist die ganze Zeit zu lesen, dass die russischen Oligarchen ihr Geld aus Zypern längst abgezogen haben.

    Und dass nun die EU mit dieser Verhaltensweise in Zypern gezeigt hat, dass sie jederzeit (rechtswidrig) einen VOLLEN Zugriff auf UNSERE Konten hat, den auch nutzen wird, sobald sie Geld "braucht", siehe Schäubles Aussage, unser Geld sei nur so lange sicher, bis ein Land in der EU pleite sei, und Banken gerettet werden müssen, beweist nur, dass wirklich Reiche ihr Geld im wahrsten Sinne des Wortes GANZ SICHER, aber nicht in der EU anlegen werden!

    Wir, die Durchschnittsverdiener, Rentner und Sparer sind diejenigen, die zahlen werden, mit allem, was wir uns in unserem Leben hart erarbeitet haben!
    DAS ist die wirkliche Botschaft!

  • Wie sieht es eigentlich mit der Banken-, und Börsenaufsicht aus, spielen die den ganzen Tag Beamten Mikado, ( wer sich bewegt hat verloren ).Man könnte ja die Banken überprüfen, ob bei Wertschriften ein Klumpen Risiko besteht. Oder ob die Kredit-, Darlehen genügend abgesichert sind. Und die nötigen Korrekturen anordnen. Oder ob die Bank, Freiwillig oder auf Druck der Politik, Staatsanleihen der eigenen Regierung, über ihre finanziellen Mittel Kauft.

  • Manchen kann man auch gar nichts recvht machen. Sagz der BND nichts, ist das Geschrei nach Aufklärung laut. Sagt er was, ist alles nur gewäsch.
    Und was soll das von wegen die Zypernrettung war nix? Sollen wir Mrd Euronen nach Zypern schicken und die machen lassen wie sie wollen?

    Zypern dient nun as abschreckendes Beispiel für die anderen Südstaaten. Der Knall ist nicht zu überhören. Bewegt euer Gesäß und saniert euer auf Pump aufgebautes System oder es gibt was mit der Klatsche.
    Es ist längst an der Zeit mal ein Exempel zu statuieren und Zypern kam gerade gelegen. Meiner Meinung nach trifft es in Zypern nun auch die Richtigen, also die mit Kohle über 100k meine ich. Endlich mal zahlen die, welche die ganze Zeit von dem System profitiert haben. Was soll daran nun falsch sein, dass nicht wieder der Steuerzahler blecht?

  • wie pflegte schon helmut schmidt zu sagen: "es bringt mir mehr, die zeitung zu lesen, als dem bnd zuzuhören".

  • Voll meine Meinung!

    erkennbar an: "aber ein bestimmter Prozentsatz davon „muss dem Schwarzgeld zuzurechnen sein""

    Die Aussage ist so bestimmt als würde man behaupten, dass es 50 % sind. Schließlich haben wir statistisch gesehen 50 % eines Kalendertages Tag und 50 % Nacht. Und in der Nacht ist es bekanntlich dunkel, schwarz. Also handeldt es sich nach der Erkenntnis des BND wenigstens zu 50 % um "Schwarzgeld".

    Aus der Formulierung ist zu entnehmen, dass der BND garnichts wusste und Herr Schäuble ihn dringend gebeten hat, etwas zu sagen, auf was er sich später stützen kann, wenn man ihm vorsätzliche Schädigung des zypriotischen Volkes vorhält.

    Die Zypern-Sache war für Schäuble ein Rohrkrepierer und besser wird es nicht mehr. Spätestens seit der Plauderei des maltesichen Finanzministers hat Schäuble in allen Punkten verloren.



  • ... wenn " BND Schindlers Ladenliste" nicht an Einzelfällen detailliert gearbeitet hat, schrieben sie nur eine Wischi-Waschi-Papiermeldung. Vermutlich aus der NGO-Presse zusammengetragen. Macht zunächst jede gute Consultingfirma in der Region , nur die verfügen darüber hinaus zur Detailbearbeitung über Landesspezialisten ( Insider ).

  • So eine Lachnummer habe ich ja selten gehört. Es ist hôchste Zeit den BND zu schließen.

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