Bo Xilai
Chinas „Prinzling“ und sein Absturz

Bo Xilai galt lange als aussichtsreicher Kandidat für Chinas Machtgremium. Der Fall kam, als seine Frau Gu Kailai unter Mordverdacht geriet. Ob er in den Fall verwickelt war, ist offen. Seine Karriere aber ist beendet.
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PekingDer große Sprung schien für Bo Xilai nur noch eine Frage der Zeit. Macht und Einfluss hatte er als KP-Chef der 30-Millionen-Metropole Chongqing bereits, doch auf dem Parteitag im Herbst sollte der 63-jährige „Prinzling“ in das höchste Machtgremium - den Ständigen Ausschuss des Politbüros - aufrücken. Schließlich zählte schon sein Vater, der Revolutionsveteran Bo Yibo, zu den „acht Unsterblichen“ der kommunistischen Machtelite.

Der Mordverdacht gegen seine prominente Frau Gu Kailai setzte Bos Karriere allerdings ein jähes Ende. Begonnen hatte diese während der Kulturrevolution (1966-1976), als Bo sich als Teenager den fanatischen Roten Garden Mao Tsetungs anschloss. Er studierte später Geschichte sowie Journalismus und machte sich danach in der Provinz als Mafia-Jäger einen Namen. Als Handelsminister setzte der charismatische Politiker sich von 2004 bis 2007 dafür ein, dass sich China stärker für internationalen Handel und Investitionen öffnete.

In Chongqing, wo er seit 2007 das Sagen hatte, ging Bo mit harter Hand gegen organisierte Kriminalität und Korruption vor. Zugleich wurde er mit „roten“ Kampagnen und seiner linken Sozialpolitik zur Galionsfigur der linkskonservativen Kräfte. Diese hofften, mit Hilfe des neo-maoistischen Polit-Stars ihren Einfluss ausweiten zu können, um sich gegen den marktorientierten Kurs der Reformer zu stemmen.

Stattdessen wurde Bo aber entmachtet: Erst wurde er als Parteichef von Chongqing abgesetzt, dann aus dem mächtigen Politbüro und dem Zentralkomitee entlassen. Der Vorwurf: „Ernste Disziplinarverstöße“. Es heißt, er habe die Ermittlungen gegen seine Familie verhindern wollen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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