Boeing und EADS betroffen
Tankflugzeug-Auftrag: Rückschlag für EADS

Das US-Verteidigungsministerium hat das Ausschreibungsverfahren für den milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der US-Luftwaffe abgebrochen. Es sei unmöglich, wie zunächst vorgesehen, bis Januar einen Zuschlag zu erteilen, teilte das Pentagon am Mittwoch mit.

HB WASHINGTON/BERLIN. Um den Auftrag ringen Boeing und der europäische EADS-Konzern. Die Entscheidung solle von der nächsten Regierung gefällt werden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Verteidigungsminister Robert Gates habe festgestellt, dass der Auftrag nicht vor Januar erteilt werden könne.

Der Aufschub bedeutet einen Rückschlag für den europäischen Rüstungskonzern EADS und seinen US-Partner Northrop Grumman, die den Auftrag im Umfang von rund 25 Mrd. Euro im Februar ursprünglich gewonnen hatten und in der Neuauflage dieselben 179 Flugzeuge wie damals anbieten wollten. Nach einem erfolgreichen Protest des Konkurrenten Boeing hatte die Regierung die Ausschreibung neu angesetzt. Boeing hat um mehr Zeit gebeten, um sein Angebot zu überarbeiten, weil das bisher offerierte Modell auf Basis seiner 767-Reihe kleiner ist als die EADS-Variante eines Airbus A330.

Nach dem Zeitplan des Ministeriums hätte die Entscheidung Ende Dezember fallen sollen. Am 20. Januar tritt der Nachfolger von Präsident George W. Bush sein Amt an.

Bundesregierung bleibt zuversichtlich

Die Bundesregierung hat auf den Stopp des Ausschreibungsverfahren gelassen reagiert. „Die Entscheidung der amerikanischen Regierung ist offensichtlich dem US- Präsidentschaftswahlkampf geschuldet“, sagte der Koordinator der Regierung für Luft- und Raumfahrt, Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze (CDU), am Mittwoch. Die EADS-Tochter Airbus habe unverändert „exzellente Karten“. „Ich bin überzeugt, dass die Produktqualität des Angebots von Airbus so hoch ist, dass auch die nächste Regierung in Washington in einem fairen Verfahren Airbus erneut den Zuschlag geben wird“, sagte Hintze.

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